International
Inhaftierter Ex-Präsident Ecuadors bittet um Hilfe

Der bei der Rückkehr aus dem Exil inhaftierte ecuadorianische Ex-Präsident Lucio Gutiérrez hat die internationale Gemeinschaft um Hilfe gebeten.

HB QUITO/BOGOTA. „Ich hoffe, dass unsere Aktion ein internationales Echo haben wird, dass die Gemeinschaft der Andenstaaten, dass Lateinamerika und sogar die ganze Welt Druck ausübt, damit in Ecuador endlich Gerechtigkeit herrscht“, sagte er am Samstag in einem Interview des kolumbianischen Radiosenders Caracol. Gutiérrez will nach eigenen Angaben das Präsidentenamt wieder übernehmen.

Am Abend zuvor war er knapp sechs Monate nach seinem Sturz von Bogoatá aus in die Heimat geflogen und sofort verhaftet worden. Die Justiz wirft ihm die Gefährdung der Sicherheit des südamerikanischen Staates vor, nachdem er in einem Interview in den USA die Legitimität seines Nachfolgers Alfredo Palacio in Frage gestellt hatte. Unmittelbar nach der Verhaftung war der ehemalige Staatschef unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in das Gefängnis „García Moreno“ für normale Sträflinge in der Hauptstadt Quito gebracht worden. In dem Radiointerview betonte Gutiérrez, er sei zurückgekehrt, um seine Unschuld zu beweisen und Palacio als Lügner bloßzustellen. „Ich musste nach Ecuador zurückkehren, um meine Ehrenhaftigkeit unter Beweis zu stellen und den kriminellen Charakter dieser Regierung offen zu legen, die die Macht an sich gerissen hat“, fügte er hinzu. Zur Strafjustiz seines Landes meinte er: „Die Gerichte bestrafen hier jeden Hühnerdieb, jeden Armen, jeden, der nicht genug Geld hat, die Richter zu kaufen. Die großen Diebe dieses Landes aber, die Millionen Dollar geraubt haben, kommen nie hinter Gitter“, sagte er. Den Haftbefehl gegen sich kritisierte er als Ausdruck der „Verfolgung eines Unschuldigen“.

Der amtierende Präsident Palacio hatte am Freitag in einer Fernsehansprache eine verfassunggebende Versammlung für die kommende Woche einberufen. Dies hatte er bereits versprochen, nachdem das Parlament unter chaotischen Umständen Gutiérrez am 20. April wegen Vernachlässigung der Amtspflichten für abgesetzt erklärt hatte. Unmittelbar darauf war Vizepräsident Palacio als Nachfolger vereidigt worden. Der Absetzung waren tagelange Demonstrationen vor allem von Mitgliedern der Mittelschicht vorausgegangen.

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