"Innovation ist Antriebsmotor für die Wirtschaft"
EU soll Forschungsausgaben verdoppeln

Die EU-Kommission will die Wissenschaften stärker als bisher fördern. Am Mittwoch verabschiedete die Brüsseler Behörde das 7. EU-Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Gemeinschaft. Es soll eine Laufzeit von sieben Jahren (2007 bis 2013) und ein Finanzvolumen von 73 Mrd. Euro haben. Dies entspricht einer Verdoppelung der bisherigen EU-Aufwendungen für Forschung und Entwicklung.

HB BRÜSSEL. Die Schwerpunkte des neuen Forschungsprogramms spiegeln die Konzentration von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und EU-Industriekommissar Günter Verheugen auf wirtschaftspolitische Zielsetzungen wider. So sind allein 30 Prozent des Finanzrahmens den Informations- und Kommunikationstechniken (IKT) gewidmet. Die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding rügte die mangelnde Investitionsbereitschaft der Europäer in die IKT-Forschung. Die OECD gebe 33 Prozent ihrer Forschungsgelder für Informationstechnologien aus, die EU jedoch nur 18 Prozent. Die 25 EU-Staats- und Regierungschefs hatten kürzlich auf ihrem Brüsseler Frühjahrsgipfel die neue Wachstumsstrategie der EU beschlossen und den Bereich Innovation als Antriebsmotor für die Wirtschaft bezeichnet.

Auch die Aufwendungen für die Nanotechnologie und die Gen-Forschung steigen. Das Budget für das europäische Euratom-Forschungsprogramm soll von 1,35 Mrd. Euro auf 3,1 Mrd. Euro aufgestockt werden. Hingegen schrumpfen die Forschungsmittel für Umwelt und nachhaltige Entwicklung.

Den Wissenschaftlern verspricht das 7. Forschungsrahmenprogramm mehr Autonomie bei der Ausgestaltung ihrer Forschungsprogramme. Dazu ist die Bildung eines Europäischen Forschungsrates vorgesehen. Das neue Gremium soll vor allem die Grundlagenforschung der EU intensivieren. Gleichzeitig strebt Industriekommissar Verheugen eine Verstärkung anwendungsnaher Forschung an. Um kleine und mittlere Unternehmen stärker in die EU-Forschungsförderung einzubinden, sollen die Vergabekritierien vereinfacht werden.

Bevor die Gelder vergeben werden können, braucht das Forschungsprogramm der EU die Zustimmung des Europaparlaments und der 25 EU-Mitgliedstaaten. Brüsseler Diplomaten erwarten ein hartes Ringen mit Deutschland und anderen EU-Nettozahlern um die Finanzierung. „Eine Verdoppelung der jährlichen EU-Forschungsausgaben ist kaum darstellbar“, hieß es gestern aus Berliner Regierungskreisen.

Seite 1:

EU soll Forschungsausgaben verdoppeln

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%