Innovationsbeihilfen und Bürgschaftsfonds sollen dem Schiffbau aus der Krise helfen
EU sucht neue Finanzquellen für Werften

Die EU-Kommission will Europas Werften intensiver als bisher unterstützen. Dies geht aus einem noch nicht veröffentlichten Strategiepapier zur Zukunft des Schiffbaus hervor, das dem Handelsblatt vorliegt. Danach ist geplant, wegweisende technische Neuerungen künftig mit öffentlichen Mitteln zu fördern. Bislang ist die Innovationsförderung im europäischen Schiffbau so restriktiv geregelt, dass noch nie Staatsgelder für bahnbrechende Erfindungen geflossen sind.

BRÜSSEL. Laut dem Strategiepapier könnten schon im nächsten Jahr Neuaufträge mit bis zu 25 % des Auftragswertes gefördert werden, wenn ein Prototyp in neue technische Dimensionen vorstößt. Die bisherige Schiffbauverordnung der EU läuft Ende dieses Jahres aus und muss neu verhandelt werden. Seit 2001 sind Beihilfen für die Werften grundsätzlich verboten. Ausnahmen gelten nur für einige Sparten, die besonders unter der südkoreanischen Konkurrenz leiden.

Reinhard Lüken, Generalsekretär des europäischen Schiffbauverbandes Cesa, hält Innovationsbeihilfen zu Gunsten seiner Branche für gerechtfertigt. „Alle anderen Industrie-Sektoren nehmen Fördermittel für Forschung und Entwicklung in Anspruch“, sagt Lüken. Die europäische Airbus-Industrie sei „weitgehend aus staatlichen Mitteln finanziert“ worden. Das vom europäischen Schiffbau ausgehende „große Innovationspotenzial“ müsse besser als bisher gewürdigt werden. Es gehe darum, die „technische Marktführerschaft“ der europäischen Werften zu sichern.

Branchenkenner schließen nicht aus, dass die neue Beihilfe-Regelung zum Rettungsanker für die bedrohte französische Werft Chantiers de l’Atlantic werden könnte. Der zum Alstom-Konzern gehörende Betrieb wird als mögliches Opfer der bevorstehenden Sanierung des Anlagenkonzerns gehandelt. Chantiers de l’Atlantic gilt als eine der technisch führenden Werften in Europa. So will das Unternehmen erstmals einen Tanker zum Transport von Wasserstoff entwickeln.

Die Initiative der EU-Kommission zur zielgerichteten Förderung des Schiffbaus trägt den Titel „LeaderSHIP 2015“. Damit habe Brüssel erstmals eine industriepolitische Gesamtstrategie für die Zukunft einer ganzen Branche erarbeitet, heißt es aus der Kommission.

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