Ins Wasser gefallen Raketenstart in Nordkorea floppt

Was für ein Debakel. Nordkoreas hoch umstrittener Raketenstart ist fehlgeschlagen. Die Rakete soll in der Luft in mehrere Teile zerbrochen sein. Jetzt steht das Regime nicht nur vor einem außenpolitischen Scherbenhaufen.
Update: 13.04.2012 - 07:13 Uhr 8 Kommentare

Raketenstart Nordkoreas gescheitert

Seoul/Tokio/Washington/New YorkNordkorea hat das Scheitern seines umstrittenen Raketenstarts eingeräumt. Der Beobachtungssatellit sei nach dem Start der Trägerrakete nicht wie geplant auf eine Erdumlaufbahn gebracht worden, berichteten die staatlichen Medien des sozialistischen Landes am Freitag. Einzelheiten wurden nicht genannt. „Wissenschaftler, Techniker und Experten“ seien dabei, die Gründe für den Fehlschlag zu untersuchen, hieß es.

Die nordkoreanische Rakete hob nach südkoreanischen Angaben am Freitagmorgen (Ortszeit) von einer Abschussrampe an der Westküste ab. Sie sei jedoch schon wenige Minuten nach dem Start in mehrere Teile zerbrochen und ins Gelbe Meer gestürzt.

Wie die nationale südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf einen Beamten des Verteidigungsministeriums in Seoul meldete, explodierte die Rakete in einer Höhe von 151 Kilometern. Trümmerteile seien rund 100 bis 150 Kilometer südlich der südkoreanischen Westküste ins Meer gestürzt. Die südkoreanische Marine suche das Gebiet ab.

Südkorea, die USA und Japan verurteilten den Start als Provokation und Bedrohung der regionalen Sicherheit. Aus ihrer Sicht wollte Nordkorea unter dem Deckmantel eines Satellitenstart eine militärische Rakete von großer Reichweite testen, die einen atomaren Sprengkopf tragen könnte. Nordkorea wollte nach eigenen Angaben mit dem Start des Satelliten Kwangmyongsong-3 („Heller Stern“) den 100. Geburtstag des als Staatsgründer verehrten früheren Präsidenten Kim Il Sung am 15. April begehen.

Japan ist durch den Start einer nordkoreanischen Rakete nicht in Gefahr geraten. Das erklärte der japanische Verteidigungsminister Naoki Tanaka am Freitag. Es sei „irgendein fliegendes Objekt“ nach mehr als einer Minute Flug ins Meer gefallen, sagte Tanaka im japanischen Fernsehen. Japan hat den Raketenstart als eine schwere Provokation verurteilt.

Südkorea hält sich alle Optionen offen
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8 Kommentare zu "Ins Wasser gefallen: Nordkorea blamiert sich mit Raketenstart"

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  • Sie schreiben historischen Unfug. Es war Nordkorea, das Südkorea überfallen hat. Die Amerikaner waren damals das einzige Mal in ihrer Geschichte mit den UN unterstellten Kampftruppen an der Abwehr der Nordkoreanischen Invasion beteiligt.

  • "Wie bitteschön soll das Land die Technik und das Know-How für eine funktioniernde Interkontinentalrakete finanzieren? Die ehemalige Unterstützung durch Russland bzw. China ist nicht mehr gegeben."

    Tut mir leid, aber das ist Quatsch. Ich bin letztes Jahr von Peking nach Pjöngjang geflogen und war 8 Tage in Nordkorea. Wenn sich eins Nordkorea Gewiss sein kann, dann der Unterstützung aus China.

    Mit mir an Bord waren mehr Chinesische "Care"-Pakete (PCs, Drucker, andere elektronische Geräte) als Passagiere.

    Dennoch finde ich die absolute Dämonisierung Nordkoreas für unangebracht. Wir wissen zu wenig über das Land und wie immer ist das Ungewisse automatisch das Böse.

    Nordkorea greift niemanden an (anders als die USA, die Nordkorea damals angegriffen haben) und in ihrem Land dürfen sie nun mal tun und lassen, was sie wollen. Es ist schon seltsam, dass sich Länder zusammenschließen können, um darüber zu bestimmen, was ein anderes Land tun darf und was nicht. Vielleicht sollten wir uns darüber mal unterhalten.

    Im Übrigen ist auch dieser Artikel wieder vollkommen einseitig. Eine nordkoreanische Sicht wird auf 3 Seiten mit keinem Wort erwähnt. Klar macht Nordkorea Propaganda, aber das tun Japan und Südkorea auch.

  • Wie bitteschön soll das Land die Technik und das Know-How für eine funktioniernde Interkontinentalrakete finanzieren?

    Ganz einfach!

    Indem man das eigene Volk verhungern läßt.

    Schönen Tag noch

  • Der Begriff Blamage ist wohl etwas daneben, oder hat man nach der Explosion des Spaceshuttles vor vielen Jahren von einer "Blamage" geredet? Ach ja, die Nordkoreaner sind ja die "Bösen". Willkommen im Jahr 1984. Andreas Popp

  • Ein verpatzter Raketen-Start ist keine Blamage.

    Vielmehr ist es die aberwitzige Propaganda und der real-vergottete Personenkult um die Kims.

  • Im christlichen Eifer macht sich der 'freie Westen' seine Feinde halt selber.

  • solche Geschöpfe wie Golo123 sind die eigentlichen Gefahren auf dieser Welt..Nord-Korea fühlt sich ganz einfach bedroht von den amerikanischen Atomwaffen und Soldaten ,die in Süd-Korea stationiert sind...Ist das irgendwie nachvollziehbar...oder haben sie in den letzten Jahren auf einer anderen Welt gelebt ?

  • Dass Nordkorea eine menschenverachtende Diktatur ist, ist völlig unumstritten.

    Das Land ist seit seiner Gründung zurecht mit Sanktionen belegt. Wie bitteschön soll das Land die Technik und das Know-How für eine funktioniernde Interkontinentalrakete finanzieren? Die ehemalige Unterstützung durch Russland bzw. China ist nicht mehr gegeben. Die Einnahmen durch illegale Waffenlieferungen werden zur Finanzierung des Machtapparates benötigt.

    Bei den Bildern der Rampe ist es allein schon ein Wunder, dass die Rakete gestartet ist.

    Die internationale Gemeinschaft tät besser daran, ihre Lebensmittellieferungen an das Land fortzusetzen, statt sich jetzt erneute Sanktionen einfallen zu lassen.

    Schon unseren Kindern bringen wir bei, dass wer im Streit zuerst nachgibt, oft der Klügere ist.

    Leider ist im letzten Jahrzehnt das Mittel des Krieges viel populärer geworden, obwohl keiner dieser Kriege einen Sinn hatte.

    Im Irak wurden keine chemischen und biologischen Waffen gefunden. Heute ist das Land zerstört und es herrscht Bürgerkrieg.

    In Afgahnistan kamen tausende Menschen ums Leben. Die Talliban sind heute jedoch präsenter der je. Afghanistan ist immer noch der weltweit größte Produzent von Opium, dem Grundstoff für Heroin.

    Der Libanonkrieg 2006 traf hauptsächlich die Zivilbevölkerung (Phophorbomben, Streubomben, etc.). Die Hisbollah wurde nicht wirklich geschwächt und der Tod vieler Zivilisten im Libanon, hat der Hisbollah mehr Zulauf gebracht. Das Gegenteil wollte Israel mit dem Krieg erreichen.

    Last but not least der Libanonkrieg, Gaddafi wurde zwar gestürzt und getötet, doch auch Libyen versinkt heute im Bürgerkrieg. Die Truppen des Nationalen Übergangsrates (TNC/NTC), der „Rebellen“-Bewegung, die von der NATO unterstützt wurde, haben ihrerseits massiv Menschenrechte durch Folter, standrechtliche Erschiessungen, etc. begangen.

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