Inselstreit mit Japan
China als Fabrikstandort weniger attraktiv

Der Inselstreit zwischen China und Japan zeigt Auswirkungen: Für japanische Hersteller ist die Volksrepublik nicht mehr so interessant wie zuletzt. Ein Drittel der Firmen gab an, die Sicherheitslage bereite ihnen Sorgen.
  • 1

TokioDer Inselstreit und steigende Arbeitskosten machen China für japanische Hersteller als Produktionsstandort weniger attraktiv. Erstmals seit Erscheinen einer entsprechenden Umfrage der japanischen Bank für internationale Zusammenarbeit im Jahr 1992 landete die Volksrepublik nicht auf dem ersten Platz. Stattdessen rutschte sie auf Rang vier ab.

Die ersten drei Plätze nahmen Indonesien, Indien und Thailand in der am Mittwoch veröffentlichten Erhebung ein. Während vergangenes Jahr noch fast zwei Drittel der Befragten Asiens größte Volkswirtschaft als vielversprechendste Region in den kommenden drei Jahren sahen, vertraten diesmal nur noch 37,5 Prozent diese Auffassung.

Befragt wurden zwischen Juli und September 625 Firmen, die mindestens an einer Produktionsstätte außerhalb Japans beteiligt sind. Etwas mehr als drei Viertel der Befragten äußerten Bedenken wegen steigender Arbeitskosten in China. Fast ein Drittel gab an, die Sicherheitslage und soziale Instabilität bereiteten ihnen Sorgen.

Die Beziehungen zwischen Japan und China sind wegen des Streits über eine von beiden Ländern beanspruchte unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer angespannt. Im vergangenen Jahr kam es sogar zu einem Boykott japanischer Waren und antijapanischen Protesten in China.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Inselstreit mit Japan: China als Fabrikstandort weniger attraktiv"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Japan könnte den Spies umdrehen und Produktion im kleinen bis mittelgroßen Umfang von China abziehen und zb. nach Indonesien oder Indien verlagern.

    Auch dort bestehen wegen Marktpotential bzw niedriger
    Löhne große Chanchen für japanische Firmen.

    Spätestens bei den realisierten Verlustzahlen wegen des
    jap. Exoduses würde den Chinesen dämmern, daß militärischer Druck und allgemeine wirtschaftliche Drohungen durchaus ein unerwartetes Verlustergebnis bringen können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%