Insolvenz Autostadt Detroit vor dem Abgrund

Der Schuldenberg der einst blühenden Autostadt Detroit ist riesig: Über 14 Milliarden Dollar steht sie in der Kreide. Ein Insolvenzanwalt ist die letzte Chance für die Stadt, einen Kollaps zu vermeiden.
5 Kommentare
Ein leerstehendes Haus in Detroit mit dem GM-Turm im Hintergrund. Quelle: dpa

Ein leerstehendes Haus in Detroit mit dem GM-Turm im Hintergrund.

(Foto: dpa)

WashingtonDer US-Bundesstaat Michigan übernimmt praktisch die Finanzkontrolle über die einst blühende Autostadt Detroit. Gouverneur Rick Snyder ernannte am Donnerstag einen Insolvenzanwalt, der als Notfall-Manager die seit Jahrzehnten notleidende Stadt retten soll. Detroit ist damit die größte Stadt der USA, deren Finanzkontrolle von ihrem Bundesstaat übernommen wird.

„Das ist in vieler Hinsicht ein trauriger Tag“, sagte Snyder. „Aber ich möchte nochmals sagen, dass es sich um eine Chance handelt“, fügte er hinzu. Es sei der letzte Versuch, die marode Stadt vor dem völligen Finanzkollaps zu bewahren, hieß es.

Vor der Autokrise war Detroit einst mit über zwei Millionen Einwohnern die viertgrößte Stadt der USA. Heute leben dort nur noch 700.000 Menschen. Die kurzfristigen Schulden belaufen sich auf 100 Millionen Dollar - die langfristigen Verbindlichkeiten liegen bei 14 Milliarden Dollar.

Der Insolvenzanwalt Kevyn Orr hatte bereits vor Jahren den Autokonzern Chrysler erfolgreich durch die Krise gebracht. Er hat jetzt praktisch das alleinige Recht, über den Etat Detroits zu verfügen, städtische Angestellte zu feuern und Stadtbesitz zu verkaufen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
Startseite

5 Kommentare zu "Insolvenz: Autostadt Detroit vor dem Abgrund"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ Rechner

    Sehr gute Frage!!!
    Wenn der Dollar nicht an Detroit zerbrechen sollte, was soll dann das ganze Getue von der EZB???
    Shakespeare hätte dazu gesagt, Much Ado About Nothing

    PS: Die Krisen in den Südländern von Europa ist natürlich eine erstklassige Möglichkeit für Politiker und Banker sich zu profilieren.



  • Dow Jones vermittelt mit 14300 Punkten ein Allzeithoch und zgelich den Eindruck einer florierenden Supermachtwirtschaft, und in der alten Autometropole brennt Onkel Tom`s Bretterbude ab.

    Tja, gedrucktes Geld für eine Scheinwelt, Städte hochverschuldet, der Konsument auch. Armes Amerika.
    Wird ja noch lustig.

  • Woher kommt die Zahl 14 Milliarden?
    Im Januar hiess es in einem Audit, dass das akkumulierte Defizit 327 Millionen Dollar betraegt. Das ist ein kleiner Unterschied. (Siehe:
    http://www.freep.com/article/20130103/NEWS01/301030088/Audit-shows-Detroit-has-327M-deficit)
    Bitte um Klaerung.

  • Man kann vor einem überbordenden Schuldenberg nur warnen. Was für Pirvatpersonen schon immer galt, müssen auch Staaten beherzigen: Fleiß, Bescheidenheit und Sparsamkeit. Ein ausgeglichener Bundeshaushalt ist schnellsten notwendig. Keine Geschenke. Begehrlichkeiten konsequent abweisen und Schulden tilgen, Geld zusammenhalten. Aus den gesparten Zinsen kann man Infrastruktur und Bildung finanzieren.

  • Oh weh!

    Zerbricht jetzt die Dollarzone?

    Müssen die anderen amerikanischen Städte einen bailout-fund gründen - den USSM (United States Stability Mechanism)?

    Kauft die FED Detroit-Anleihen auf?

    ...

    Wir harren gespannt der Dinge die da kommen sollen.

    Oder nicht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%