Instabile politische Lage
Sorge um neuen Konflikt im Libanon

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Bundesregierung übt Kritik an iranischer Politik

Zypern bereitet sich bereits auf eine mögliche Flüchtlingswelle aus dem destabilisierten Libanon vor. Sein Land könnte im Notfall wie 2006 erneut als eine Art Brücke zur Evakuierung europäischer und amerikanischer Bürger werden, sagte der zyprische Außenminister Ioannis Kasoulidis am Freitag. Der Krisen- und Evakuierungsplan unter dem Namen „Hestia“ könne umgesetzt werden, „sobald es nötig ist“.

Die Erzrivalen Saudi-Arabien und Iran stehen sich bereits in Syrien sowie im Jemen auf der Arabischen Halbinsel als Feinde gegenüber. Teheran unterstützt im Jemen die schiitischen Huthi-Rebellen, die von einer Koalition unter Führung Riads seit mehr als zwei Jahren aus der Luft bombardiert werden. Der Iran und die Hisbollah sind zugleich wichtige Partner der Regierung im Bürgerkriegsland Syrien, wo Saudi-Arabien Rebellen fördert.

Gabriel drückte im Gespräch mit seinem saudischen Kollegen die Überzeugung aus, dass die Fortschritte im Libanon unter der Führung von Hariri „nicht in Gefahr geraten“ dürften, wie eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin berichtete. Die Grünen-Abgeordnete Franziska Brantner forderte ein Krisentreffen der EU-Außenminister, um eine gewaltsame Eskalation im Libanon zu verhindern.

Regierungssprecher Steffen Seibert betonte, die Bundesregierung sehe die Politik des Irans und seine Unterstützung des syrischen Regimes und der Hisbollah-Miliz kritisch. Sie appelliere an Saudi-Arabien und den Iran, „die politische Stabilität im Libanon nicht zu schwächen“.

Gabriel drang den Angaben zufolge im Gespräch mit Al-Dschubair auch darauf, die Lieferung von Hilfsgütern an die notleidende Bevölkerung im Jemen wieder zu ermöglichen. Dass die von Saudi-Arabien geführte Militärallianz im Jemen jetzt wieder Lieferungen über den Hafen von Aden zulasse, sei zwar ermutigend, aber nicht ausreichend.

Die Vereinten Nationen übten scharfe Kritik an Saudi-Arabiens Einsatz im Jemen. Die jüngste Blockade der Flug- und Seehäfen mache das Elend der Zivilbevölkerung untragbar, berichteten UN-Organisationen in Genf. Seit vergangenem Wochenende könnten keinerlei Hilfsgüter für die rund 27 Millionen Einwohner mehr ins Land gebracht werden.

Hilfsorganisationen hatten in dieser Woche vor einer der weltweit größten Hungerkatastrophen im Jemen gewarnt. Saudi-Arabien hatte als Reaktion auf einen Raketenangriff der Huthi-Rebellen eine Blockade über die Flug- und Seehäfen des Bürgerkriegslandes verhängt.

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Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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