Integration der Muslime in Europa
Tür an Tür mit dem Islam

Nicht nur der britische Premier Tony Blair weiß nach den Terroranschlägen von London, dass die Integration der Muslime ganz oben auf die politische Agenda gehört. Auch andere europäische Länder überdenken ihre bisherige Politik. Handelsblatt.com gibt einen Überblick über die jeweiligen Diskussionspunkte:

am/mth/ebo/rur/scm DÜSSELDORF. Die Deutschen diskutieren nicht erst seit den Anschlägen von New York, Madrid und London über die Integration der Muslime. Das Wort von den "Parallelgesellschaften" machte die Runde, in denen sich die Muslime in Deutschland eingerichtet hätten. Auch der Mord an dem niederländischen Filmemacher Theo van Gogh im Nachbarland beschäftigte die Bürger.

Nach dem Mord an der 23-jährigen Türkin Hatun Sürücü Anfang dieses Jahres, die mutmaßlich von ihren drei Brüdern wegen ihres "westlichen Lebensstils" erschossen worden war, geisterte das Wort vom "Ehrenmord" durch die Medien und die Erkenntnis, dass es sich dabei nicht um einen Einzelfall handelte. Viele Menschen fragten sich: "Wie ist das möglich - mitten in Deutschland?" Meistens aber ebbten die Diskussionen wieder ab.

Auch nach den jüngsten Attentaten in London trage die Zurückhaltung der Politiker zum Misstrauen gegen Muslime bei, stellte der Vorsitzende des Islamrats Ali Kizilkaya in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" fest. In einer Umfrage des Zentralinstituts Islam-Archiv fühlen sich viele Moslems durch die Terroranschläge in Deutschland unter Generalverdacht. Dabei besitzen mittlerweile mehr als 950 000 von ihnen einen deutschen Pass, hat das Zentralinstitut erhoben.

Dass es kein einheitliches Integrationskonzept in der Bundesrepublik gibt, liegt auch an der föderalen Struktur in Deutschland. Jedes Bundesland entscheidet selbst über Art und Intensität der Integration, weil diese vor allem in Sprachkursen und Schulen stattfindet. So will Bayern künftig islamische Religionslehrer ausbilden und wie auch Hessen, Berlin und Niedersachsen bereits vor dem Schuleintritt die Sprachfähigkeit der Kinder testen und gegebenenfalls verbessern. In den Wahlprogrammen der Parteien ist die Integration der Zuwanderer kein großes Thema.

In Deutschland leben 3,2 Millionen Muslime. Das entspricht einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von 3,9 Prozent. Die meisten von ihnen kommen aus der Türkei (68 %).

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