Interesse an der Entwicklung in Deutschland
US-Amerikaner wollen wissen, was nach Schöder kommt

US-Politiker verfolgen mit Interesse die Entwicklung in Deutschland. Das hat der Koordinator der Bundesregierung für deutsch-amerikanische Zusammenarbeit, Karsten Voigt, bei seinem Besuch in den USA kürzlich festgestellt. „Was wird sich ändern?“ Das ist die Frage, die Voigt immer wieder hörte.

HB WASHINGTON. Schließlich hat Bundeskanzler Gerhard Schröder mit seiner Ablehnung des Irakkriegs in Washington für heftige Kontroversen gesorgt.

Auch heute haben ihm viele, vor allem konservative Politiker seine Haltung noch immer nicht verziehen. Und die Zeitung „Los Angeles Times“ entschloss sich kürzlich zu dem ungewöhnlichen Schritt, bei einer Wahl im Ausland einen Kandidaten öffentlich zu unterstützen: Angela Merkel. Die Unions-Kandidatin werde wahrscheinlich auf mehr Distanz zu Paris gehen und die Beziehungen mit Washington verbessern. „Das ist ein Wechsel, der es wert ist, unterstützt zu werden“, hieß es unter der deutschen Überschrift „Auf Wiedersehen“ in einem Kommentar.

Für die breite Öffentlichkeit spielen die Wahlen im fernen Deutschland aber keine größere Rolle. Zwar berichten die großen Zeitungen oder Nachrichtensender immer wieder mal aus Berlin über den Wahlkampf. So kündigt CNN eine kontinuierliche Berichterstattung über die Wahl an, deren Ausgang der Nachrichtensender größte Bedeutung für Europa bescheinigte.

Auch wurde die Äußerung von Baden-Württembergs CDU-Sozialminister Andreas Renner vermerkt, US-Präsident George W. Bush gehöre wegen der langsamen Reaktion auf die Hurrikankatastrophe „abgeschossen“. Doch gerade der Hurrikan führt dazu, dass die Amerikaner noch mehr als ohnehin schon den Blick nach innen richten. Gerade die kleineren Zeitungen haben ihre Seiten ganz mit der Berichterstattung über „Katrina“ gefüllt. Für die Außenpolitik bleibt da wenig Platz. Auch der Wahlsieg von Japans Ministerpräsident Junichiro Koizumi - immerhin ein enger Verbündeter des Weißen Hauses - stieß deshalb nur auf geringes Interesse.

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