Interessensicherung
Bush ruft China zum Energiesparen auf

Angesichts des immensen Energiebedarfs der Vereinigten Staaten will Präsident Bush sein Land unabhängiger von ausländischen Versorgern machen. Mehrere Atomkraftwerke und Ölraffinerien sollen neu gebaut werden. Gleichzeitig forderte Bush aufstrebende Länder wie China und Indien dazu auf, ihren Energieverbrauch zu drosseln – zugunsten der USA natürlich.

HB WASHINGTON. Die US-Bürger seien zunehmend besorgt über die Richtung, die die Wirtschaft und die stetig steigenden Benzin-Preise nehmen, sagte US-Präsidialamtssprecher Scott McCellan in Washington.

Präsident George W. Bush kündigte daraufhin an, dass er sich beim bevorstehenden G-8-Gipfel im Juli dafür einsetzen wolle, dass Länder mit großem Wirtschaftswachstum wie China und Indien ihren Energieverbrauch reduzieren. Als Möglichkeiten nannte der US-Präsident den Einsatz moderner Technologien bei der Gewinnung von Energie aus Kohle sowie aus Atomkraftwerken.

Hintergrund von Bushs Aufruf ist, dass die Preise für Benzin vor allem auch wegen der großen Nachfrage aus den Schwellenländern stetig angestiegen waren. China und Indien stehen somit in zunehmender Konkurrenz zum weltweit größten Energieverbraucher USA. Trotz ungestilltem Öldurst gehen dort die eigenen Reserven allmählich zur Neige.

Abhilfe soll der Bau neuer Atomkraftwerke und Ölraffinerien schaffen, wie Präsident Bush jetzt in einer Grundsatz-Rede zur Energie-Politik verkündete. Nach den Worten von Bush müsse die Abhängigkeit der USA von ausländischen Energieversorgern kleiner werden. Für die Vereinigten Staaten sei es außerdem an der Zeit, ein modernes Elektrizitätsnetz aufzubauen.

Appell an US-Automobilunternehmen

Bush appellierte an die US-Automobilunternehmen, eine neue Generation von sauberen Diesel-Fahrzeugen herzustellen. Der Präsident will weiterhin mit finanziellen Anreizen den Absatz von Kraftstoff sparenden Hybridfahrzeugen ankurbeln, die mit Benzin und Strom angetrieben werden. Bush stellte außerdem die Erweiterung der Erdöl- und Erdgasförderung im arktischen Naturschutzgebiet in Alaska in Aussicht.

Vertreter der oppositionellen Demokraten bemängelten, dass Bush die US-Bürger nicht zum Energie sparen aufgerufen habe und dass umweltfreundliche Energiegewinnung aus Sonne oder Windkraft vom Staat zu wenig unterstützt würden.

Beim Bau der ersten vier Atomkraftwerke sollen nach den Vorstellungen von Bush die Unternehmen vom Staat gegen Millionenausfälle im Fall von Verzögerungen beim Genehmigungsprozess versichert werden. Die letzte Baugenehmigung für ein Atomkraftwerk stammt aus dem Jahr 1973. Es dauerte rund 20 Jahre, bis das Kraftwerk ans Netz ging. Zudem will der Präsident verlassene Militärgelände für den Bau von Raffinerien öffnen. Nach seinen Worten wurde die letzte neue Raffinerie 1976 gebaut.

Auch die mangelnde Raffineriekapazität wird in den USA für die rasant gestiegenen Benzinpreise verantwortlich gemacht. Allerdings kostet ein Liter Sprit dort im Durchschnitt immer noch nur 0,45 Euro.

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