Internalisierung verabschiedet
Monopol der Börsen wackelt

Die EU-Staaten haben gegen die Stimmen Großbritanniens und einiger kleinerer Länder einen Kompromiss über Regeln für den außerbörslichen Wertpapierhandel gefunden.

HB DÜSSELDORF. Mit der Richtlinie wird das Monopol der Börsen beim Wertpapierhandel aufgebrochen. Sie bekommen Konkurrenz von den Investmenthäusern, die intern handeln. Dies werde den Handel beleben, argumentiert die EU-Kommission. Zudem würden die Interessen der Privatkunden besser geschützt. In Deutschland ist die Deutsche Bank nach eigenen Angaben bislang das einzige Institut, das Privatanlegern die Abwicklung von Aufträgen über einen hausinternen Handel anbietet.

Die Auftragsabwicklung soll einheitlichen Regeln unterliegen. Der außerbörsliche Handel wird zu einer größeren Transparenz verpflichtet. Darauf hatten insbesondere die Börsen gedrängt, um Wettbewerbsnachteile gegenüber den Investmentbanken zu vermeiden. Das EU-Parlament muss dem allerdings noch zustimmen. Der italienische Finanzminister Giulio Tremonti sagte nach einer öffentlichen Aussprache der Minister am Dienstag in Luxemburg, es gebe eine Mehrheit für den geänderten Richtlinienentwurf. Neben Großbritannien wurden Diplomaten zufolge auch Irland, Schweden, Finnland und Luxemburg überstimmt.

Offen bieb bisher aber, ab welcher Ordergröße die Preise veröffentlicht werden und konkurrierenden Händlern zugängig sein sollen.

Der Parlamentskompromiss nennt nur Standards für die Veröffentlichungspflicht. Der Ausschuss der Europäischen Wertpapierregulierer (CESR) in Paris wird diese nach der endgültigen Verabschiedung der Richtlinie in Abstimmung mit der EU-Kommission konkretisieren. Die Bandbreite der diskutierten Transparenzpflicht reicht von einer Ordergröße von über 1000 Euro bis hin zu Orderblöcken im Wert von 18,9 Mill. Pfund.

Die EU-Kommission befürwortet große Umfänge. Erwogen wird zudem, die Transparenzpflicht bei Aufträgen von Privatkunden und professionellen Großkunden von einander trennen Die Wertpapierdienstleistungsrichtlinie ist Kernstück der EU-Strategie zur Integration ihrer Finanzmärkte bis 2005. Diplomaten sagten, der Kompromiss orientiere sich im Wesentlichen an der Haltung des EU-Parlaments, das ebenfalls zustimmen muss. Die abschließende Entscheidung steht damit noch aus.

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