Internationale Atomenergie-Organisation bestätigt Generaldirektor
El Baradei bleibt Chef der IAEO

Für weitere vier Jahre hat der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergie- Organisation Montag IAEO-Generaldirektor Mohammed el Barade in seinem Amt bestätigt. Die Wiederwahl des 62jährigen durch die 35 Mitglieder war einstimmig.

HB WIEN. Die japanische Delegation hatt die Wahl zuvor srundenlang verzögert. Die USA hatten erst in der vergangenen Woche ihren Widerstand gegen eine dritte Amtszeit des ägyptischen Diplomaten aufgegeben. Formell muss die Wahl noch durch die IAEO-Generalversammlung im September bestätigt werden.

Nach seiner Wiederwahl für vier Jahre sagte El Baradei vor Journalisten, auf die IAEO warteten „ungeheure Herausforderungen“. Er werde versuchen, die UN-Atombehörde zu einem „Machtfaktor“ im Kampf gegen die Weiterverbreitung von Atomwaffen und Atomterrorismus sowie der Verbreitung von Technologien für die friedliche Anwendung der Atomenergie zu machen. Er versprach dabei unabhängig und unparteiisch vorzugehen. Zum vergeblichen Versuch der USA, seine Wahl zu blockieren sagte El Baradei: „Wir teilen die gleichen Auffassungen“. Bei seinen Gesprächen in Washington in der vergangenen Woche habe man „weder über die Vergangenheit, noch über meine Wahl gesprochen“.

Die Entscheidung des Gouverneursrats zu Gunsten El Baradeis fiel mit stundenlanger Verzögerung. Die japanische IAEO-Delegation hatte am Morgen eine Änderung der Tagesordnung abgelehnt, wonach die ursprünglich für das Tagungsende vorgesehene Wahl des Ägypters vorgezogen werden sollte. Erst nach einer Verzögerung von sechs Stunden konnte die symbolische Abstimmung über die Bühne gehen.

Die Entscheidung der japanischen Diplomaten löste unter den übrigen Delegationen Konfusion und Betroffenheit aus. Japan hatte ursprünglich selbst Interesse an der Übernahme des IAEO-Chefpostens gezeigt. Die Verzögerungstaktik der Diplomaten Tokios gehe weit über die üblichen diplomatischen Gepflogenheiten hinaus, hieß es aus europäischen Delegationskreisen. Das japanische Verhaltung sei auch ein Affront gegen El Baradei.

Er steht seit 1997 an der Spitze der IAEO. Vor dem Irak-Krieg 2003 hatter der Ägypter den Unmut der US-Regierung auf sich gezogen, weil er Geheimdienstinformationen über angebliche Massenvernichtungswaffen des früheren irakischen Diktators Saddam Hussein in Zweifel gezogen hatte. Diese Waffen wurden nach Saddams Sturz nie gefunden. El Baradei hat außerdem vor einer Vorverurteilung Irans im Zusammenhang mit dessen umstrittenen Atomprogramms gewarnt.

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