Internationale Finanzarchitektur
Wichtige G20-Partner folgen der EU

Wichtige Schwellenländer sind offenbar bereit, den Vorschlägen der Europäer zum Umbau der internationalen Finanzarchitektur beim G20-Gipfel zu folgen. Die Regierungen in China und Brasilien signalisierten Unterstützung für koordinierte fiskalische Impulse, eine bessere Regulierung und einen raschen Abschluss der Welthandelsrunde. Und selbst die USA und Kanada rücken von ihren Vorbehalten ab.

LONDON. Die Regierungen in China und Brasilien drängen zudem auf eine stärkere Beteiligung an einem reformierten Weltfinanzsystem. Die USA und Kanada hingegen rücken von ihren traditionellen Vorbehalten gegen eine Finanzaufsicht nach europäischen Vorstellungen ab.

Der Weltfinanzgipfel findet am 2. April in London statt, die europäischen Mitglieder der G20 legten ihre Strategie am Wochenende in Berlin fest. Eine ganze Reihe weiterer Länder lassen sich bislang noch nicht in die Karten gucken oder ignorieren das Thema – großer Widerstand ist von ihnen daher kaum zu erwarten.

Recht genaue Vorstellungen hat China formuliert – und sie decken sich zu einem großen Teil mit den europäischen Vorschlägen. Auch die Chinesen halten eine Reform der internationalen Finanzinstitutionen für notwendig. Als drittgrößte Wirtschaftsmacht wolle China in einem neuen Weltfinanzsystem mehr Mitsprache bekommen, sagte Wu Hongbo, ein hoher Beamter im Außenministerium in Peking.

Auch dem Wunsch nach einer Stärkung der Asiatischen Entwicklungsbank stimmt China zu. Die geforderte Kapitalspritze müsse jedoch von den westlichen Ländern kommen. „Die chinesische Regierung bewegt sich im Kampf gegen die Krise sehr viel schneller als andere Länder wie etwa die USA“, sagte Han Wenke vom Pekinger Reform- und Entwicklungsministerium.

Hinter die europäischen Forderungen nach umfassender Regulierung der internationalen Finanzmärkte stellt sich auch Brasilien. Die Regierung plädiert für eine stärkere Rolle von Uno, IWF und Weltbank und will dort künftig mehr Einfluss nehmen. IWF und Weltbank sollen auch die Industrieländer beaufsichtigen, fordert Brasiliens Außenminister Celso Amorim: „Die reichen Länder hatten immer totale Freiheit in ihrer Finanzpolitik, während diese Institutionen die ärmeren Staaten kontrolliert haben“, Amorim will noch in dieser Woche Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy einen Brief mit Vorschlägen für den Londoner Gipfel überreichen.

Als Sprachrohr für die Schwellenländer versucht sich auch Russland zu etablieren. Präsident Dmitrij Medwedjew will sich eng mit Brasilien abstimmen und hat zudem Kasachstan, Tadschikistan, Armenien und Kirgistan eingeladen, eine gemeinsame Position für den Gipfel zu formulieren.

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