Internationale Folgen befürchtet
Pakistan vor der Zerreißprobe

Das tötliche Attentat auf Oppositionsführerin Benazir Bhutto droht Pakistan in eine Krise mit weitreichenden internationalen Folgen zu stürzen. Halten die Unruhen an und sagt Präsident Pervez Musharraf die Wahlen ab, steht das Land nach Einschätzung von Experten vor einer Zerreißprobe, die nicht nur für die ohnehin instabile Region gefährlich ist.

HB LONDON/WASHINGTON/ISLAMABAD. Ein weiterer Niedergang Pakistans werde „alle Nachbarländer, Europa und die USA auf nicht vorherzusagende und unangenehme Weise“ betreffen, mahnte der Süd-Asien-Experte Stephen Cohen von der Brookings Institution in Washington. Bhuttos Tod sei ein schwerer Schlag für die Idee eines liberalen und moderaten Pakistan. Für die US-Regierung, die lange ausschließlich auf den Militärherrscher Musharraf gesetzt hat, eine „Katastrophe in jeder Hinsicht“, sagt Frederic Grare von der Carnegie-Stiftung für Internationalen Frieden.

Mit der Ermordung von Politikern wie Bhutto werde das gesamte demokratische Lager in Pakistan geschwächt, sagt Grare. „Wir haben niemanden mehr, mit dem wir zusammenarbeiten können und der dieselbe Fähigkeit wie Bhutto hat, politische Stabilität zu schaffen“, sagt auch Anthony Cordesman vom Zentrum für Strategische und Internationale Studien.

M.J. Gohel von der Asien-Pazifik-Stiftung in London warnt vor einem politischen Vakuum in Pakistan, das von radikalen Muslimen besetzt und genutzt werden könne. „In Pakistan gibt es die Al-Kaida und die Taliban, und es gibt offensichtlich Atomwaffen und Langstreckenraketen ... das hat alles Rückwirkungen für den Westen und die ganze Welt“, sagt er.

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