internationale Haftbefehle
Ruanda bricht Beziehungen zu Frankreich ab

Ruanda hat am Freitag die diplomatischen Beziehungen zu Frankreich abgebrochen, nachdem sein Präsident Paul Kagame von der französischen Justiz der Ermordung seines Vorgängers Habyarimana verdächtigt wurde.

HB PARIS. „Wir bedauern diese Entscheidung“, erklärte das Pariser Außenministerium. Der Abbruch der Beziehungen tritt am Montag in Kraft. Habyarimana war 1994 mit seinem Flugzeug von Rebellen abgeschossen worden. Dies hatte blutige Unruhen mit mehr als 800 000 Toten unter den ruandischen Volksgruppen der Tutsis und Hutus ausgelöst.

Am Donnerstag hatte der auf Terrorfälle spezialisierte Pariser Untersuchungsrichter Jean-Louis Bruguière internationale Haftbefehle gegen neun Mitarbeiter Kagames unterzeichnet. Darunter ist auch der Generalstabschefs der Armee Ruandas, James Kabarebe. Außerdem empfahl Bruguière eine Strafverfolgung Kagames durch das UN-Tribunal für den Völkermord von Ruanda.

Kagame wies die Anschuldigungen als „völlig unbegründet“ zurück und erklärte: „Bruguière macht Politik, das ist kein Richter.“ Die Tutsi-Regierung Ruandas wirft Frankreich vor, an dem Blutbad unter den Tutsis mitverantwortlich zu sein. Paris habe die Mörder ausgebildet und bewaffnet.

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