Internationale Konferenz
Annan warnt vor Atomkatastrophe

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat alle Staaten zur Abwehr einer nuklearen Katastrophe aufgerufen. Zugleich forderte er angesichts des Konflikts mit Iran und Nordkorea eine Erneuerung des alten Atomwaffensperrvertrages. Bundesaußenminister Fischer sprach indes von einem Vertrauensbruch Teherans.

NEW YORK. Die Welt kann nach Überzeugung von UN- Generalsekretär Kofi Annan nur durch vollständige nukleare Abrüstung der Gefahr einer militärischen Atomkatastrophe entgehen. „Es gibt nur eine Garantie dafür, dass Kernwaffen nie zum Einsatz kommen, und das ist eine atomwaffenfreie Welt“, betonte Annan am Montag zur Eröffnung der internationalen Konferenz zur Überprüfung des 35 Jahre alten Atomwaffensperrvertrages.

Auch Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) forderte bei dem Treffen von mehr als 180 Staaten in New York reale Maßnahmen zur Vernichtung von Kernwaffen. Das internationale Regime für die Nichtverbreitung von Atomwaffen müsse gestärkt werden, sagte Fischer. „Und das muss durch weitere Abrüstungsschritte der Atomwaffenbesitzer gewährleistet werden“, betonte er.

Dem Iran warf Fischer vor, das Vertrauen der internationalen Gemeinschaft zu erschüttern. Angesichts von Drohungen, möglicherweise die Anreicherung von Uran wieder aufzunehmen, forderte der Minister das Land zu ernsthaften Verhandlungen über Garantien für eine ausschließlich friedliche Nutzung seiner Kernkraftanlagen auf.

„Ein nuklearer Rüstungswettlauf im Nahen und Mittleren Osten hätte unabsehbare Folgen für unsere Sicherheit“, warnte Fischer. Eine solche Entwicklung müsse verhindert werden. Zugleich kritisierte der Minister Nordkoreas Atomwaffenambitionen. Die Welt erwarte von der Führung in Pjöngjang, „dass sie alle ihre Verpflichtungen aus dem Nichtverbreitungsvertrag vollständig und verifizierbar erfüllt“.

Annan forderte, dass „die ehemaligen Rivalen des Kalten Krieges“ ihre Kernwaffenarsenale wenigstens soweit kürzen, dass es „künftig nur noch hunderte und nicht mehr tausende Sprengköpfe“ gibt. Das werde nur gelingen, wenn alle Seiten ein klares und verlässliches Bild von den Waffen des jeweils anderen haben. Abrüstung erfordere ebenso wie die Nicht-Weiterverbreitung „das Mitmachen jedes Einzelnen“, wenn eine atomwaffenfreie Welt nicht nur ein Traum bleiben soll.

Viele Staaten, die sich an der fast vierwöchigen Überprüfungskonferenz beteiligen, sehen nach Angaben von Diplomaten die Atomprogramme Irans und Nordkoreas als Beweise dafür, dass der Sperrvertrag heute nicht mehr vor der Verbreitung von Nuklearwaffen schützt. Vor der Konferenz hatten die USA gewarnt, dass Nordkorea schon für Juni einen unterirdischen Atomwaffentest planen könnte. Iran drohte mit einer möglichen Wiederaufnahme seiner Urananreicherung.

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