Internationale Konferenz
Irak ruft nach mehr Unterstützung

Der irakische Ministerpräsident Ibrahim al-Dschafari hat um Hilfe im Kampf gegen Gewalt und Unsicherheit in seinem Land gebeten. Gleichzeitig bemängelte er auf der internationalen Irak-Konferenz in Brüssel die weltweite Medienberichterstattung. Die überwiegend negativen Bilder schadeten der Bevölkerung.

HB BRÜSSEL. Die Europäische Union und die USA forderten auf der Konferenz die Regierung in Bagdad wiederum auf, auch die sunnitische Minderheit an der Macht zu beteiligen. US-Außenministerin Condoleezza Rice verlangte einen Platz in der Politik für alle Mitglieder der Gesellschaft, die die Gewalt ablehnen. UN-Generalsekretär Kofi Annan äußerte sich ähnlich: „Ohne Integration werden alle Sicherheitsinitiativen wohl kaum nachhaltige Ergebnisse bringen.“

Auch ein Entwurf für das Schlusskommunique zielte in diese Richtung. Zu der Konferenz hatten die USA und die EU gemeinsam eingeladen. Sie war beim Europa-Besuch von US-Präsident George W. Bush im Februar vereinbart worden und sollte das gemeinsame Engagement der USA und der Europäer für den Irak unterstreichen.

Die Einbindunf der Sunniten in die neuen Machtstrukturen im Irak gilt als zentral für die Vermeidung eines Bürgerkriegs in dem Land. Rund 20 Prozent der 26 Millionen Iraker bekennen sich zur sunnitischen Richtung des Islam. Da die meisten von ihnen die Wahl am 30. Januar boykottierten, wird die Regierung von Schiiten und Kurden dominiert. Die Sunniten gehörten unter Saddam Hussein zur herrschenden Elite und sollen nun die Mehrheit der Aufständischen stellen. Sunnitische Extremisten haben in den vergangenen Monaten Dutzende Selbstmordanschläge verübt.

Der neue US-Botschafter im Irak, Zalmay Khalilzad, sagte auf der Konferenz, die Regierung in Bagdad scheine die Sunniten nun stärker integrieren zu wollen. Die verfassungsgebende Versammlung des Irak hatte bereits vergangene Woche zugesichert, Sunniten aufzunehmen. Mit mehr Rechten für die Minderheit im Grundgesetz könnten viele Rebellen zur Aufgabe bewegt werden, erklärte Khalilzad. Er räumte aber ein, dass ehemalige Mitglieder der früheren Regierungspartei Baath und ausländische Kämpfer dennoch weitere Anschläge verüben würden.

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