Internationale Konzerne
G20-Staaten wollen Steuersparmodelle stoppen

Großbritannien und Deutschland stellen einen Plan vor, der die Steuerflucht von Konzernen verhindern. Finanzminister Schäuble hält dabei ein abgestimmtes Verfahren für notwendig. Die OECD soll die Basis dafür liefern.
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Mexiko-StadtDie G20-Länder sollen nach dem Willen Deutschlands und Großbritanniens verhindern, dass internationale Konzerne ihre Gewinne in Staaten mit niedrigeren Steuersätzen verschieben. Die Ressortchefs Wolfgang Schäuble und George Osborne stellten am Montag beim Finanzministertreffen der 20 führenden Industrie- und Schwellenstaaten in Mexiko-Stadt eine gemeinsame, von Frankreich und anderen Ländern unterstützte Initiative dazu vor. Sie zielt darauf ab, gemeinsame Standards zur Unternehmensbesteuerung zu erarbeiten. Damit sollen steuersparende Gewinnverschiebungen von Unternehmen in Niedrigsteuerländer unterbunden werden.

Die Basis für konkrete Schritte soll bis zum nächsten G20-Treffen der Finanzminister in Russland im Februar 2012 geschaffen werden.

In einer gemeinsamen Erklärung der beiden Minister ist von der Sorge die Rede, dass durch solche Praktiken die Steuerbasis in Ländern wie Deutschland und Großbritannien mehr und mehr ausgehöhlt werde. Schäuble und Osborne riefen daher zu einer internationalen Zusammenarbeit auf. „Deutschland und Großbritannien wollen ein wettbewerbsfähiges Unternehmenssteuer-System, das global tätige Firmen anzieht, aber beide Ländern wollen auch, dass die Firmen diese Steuern bezahlen“, hieß es der Erklärung Schäubles und Osbornes. Darin wird beklagt, dass es Konzernen möglich ist, Gewinne aus Ländern, in denen sie erwirtschaftet werden, in Länder mit niedrigeren Ertragssteuern zu verschieben.

„Dies ist der Beginn eines Prozesses“, erklärte Osborne. „Wir möchten mit dieser gemeinsamen Initiative mit Deutschland sicherstellen, dass die Steuerstandards in diesem Bereich Schritt halten mit der modernen Entwicklung und ihren Veränderungen.“ Gewinne sollten da besteuert werden, wo sie erwirtschaftet würden. Über dieses Problem sei bei dem G20-Treffen gesprochen worden, und es werde auch im Abschlusskommunique thematisiert. Der Industrieländerverband OECD werde das Problem eingehender untersuchen und im Februar beim G20-Treffen einen Bericht vorlegen.

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Schäuble: Steuer-Erosion verhindern

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  • Schäuble ist doch längst geisteskrank (siehe Foto).

  • Null Prozent Steuer für Unternehmen! Aber: jährliche Versteigerung des Absatzvolumens. Das bewirkt von Unternehmen gewollt hohe Gebote um die Konkurrenz überbieten.
    Regulatorische Eingriffe insbesondere auf internationaler Ebene sind keine gute Idee, Länder müssen die Chance haben andere Konzepte zu Entwickeln - andernfalls besteht ein sehr grosses Risiko darin, dass eine gleichförmige Regelung sich irgendwann zu einer neuen Kriese ausufern.

  • Whow !! Genau das wollte ich eben auch schreiben. DANKE ! Man könnte noch hinzufügen, dass die OECD von Angel Gurria geleitet wird, einem Minister aus dem alten mexikanischen PRI-System der mit Sicherheit sehr vielfacher Millionär ist :-)

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