Internationale Zeitungskommentare
Presseschau: „Nur Familie kann muslimische Radikale stoppen“

Die vereitelten Terroranschläge auf Flugzeuge in Großbritannien beschäftigen am Tag danach die internationale Presse. Die Stimmen diskutieren über die Auswirkungen auf die Sicherheit im Luftverkehr und die westliche Gesellschaft. Lesen Sie, was ausländische Zeitungen zu den Beinahe-Anschlägen meinen.

Die britische Tageszeitung „The Daily Telegraph“ vertritt die Meinung, dass die muslimische Gemeinde selbst mehr gegen radikale Tendenzen unternehmen muss: „Natürlich muss die Regierung einen Dialog mit allen Schattierungen der muslimischen Gemeinde führen. Aber wenn Minister ernsthaft glauben, dass dies potenzielle junge Terroristen abschrecken kann, wäre das schrecklich naiv. In Wahrheit ist das keine Aufgabe für die Regierung. Was die Muslime in diesem Land eint, ist allein der Respekt für die Familie. Der lange Marsch, um die unzufriedene muslimische Jugend zurückzugewinnen, muss zu Hause und in der Nachbarschaft beginnen. Das ist kein Problem, für das es eine Lösung von oben gibt. Es muss ganz unten angesetzt werden - mit der Erkenntnis, dass Väter und Mütter, Brüder und Schwestern und die weitere Verwandtschaft die Leute sind, die eine Radikalisierung am wahrscheinlichsten erkennen und am ehesten in der Lage sind, sie zu stoppen.“

Fotostrecke: Terroralarm in London

Die britische Tageszeitung „The Times“ zu der mutmaßlichen Vereitelung einer neuen Anschlagsserie auf Passagierflugzeuge: „Wenn der Terroristenplan erfolgreich gewesen wäre, hätte es nach den Worten von Scotland einen „Massenmord von vorstellbarem Ausmaß“ gegeben. Mindestens 1500 Menschen wären getötet worden. Das Grauen über das, was hätte passieren können, wird nur von der Erleichterung übertroffen, dass der Plan vereitelt werden konnte. Aber auch wenn unschuldige Leben gerettet worden sind: Die Folgen werden ebenso nachhaltig sein wie die Folgen der Londoner Bombenanschläge vor einem Jahr. Der Flugverkehr, die öffentliche Sicherheit, die Toleranz zwischen den Religionen, die soziale Harmonie und die nationalen Prioritäten - alles ist betroffen.“

Zu den in London aufgedeckten Terrorplänen schreibt die konservative spanische Zeitung „ABC“: „Die Vereitelung der Terrorpläne erinnert daran, dass die zivilisierte Welt nach wie vor unter einer enormen Bedrohung finsterer Terroristischer Mächte steht. Wir alle sind davon betroffen. Opfer Terroristischer Gewalt sind sowohl Iraker als auch Amerikaner. Es gibt keine Nationalität und keine Religion, die jemanden von dieser Gefahr befreit. Es ist zuweilen schwer einzusehen, dass wir uns in einem Krieg gegen einen Feind befinden, den man nicht sieht. Aber wir dürfen in unserer Wachsamkeit nicht nachlassen. Die Bedrohung bleibt bestehen. Die Feinde der Freiheit setzen weiterhin alles daran, uns in die Knie zu zwingen.“

Die liberale Wiener Zeitung „Der Standard“ schreibt zu den in London aufgedeckten Terrorplänen: „Wie jedes Mal, wenn die Bedrohung durch den Terror akut wird oder es zu sein scheint, treten Überlegungen über die Ursachen und mögliche Gegenmaßnahmen in den Hintergrund. (...) Wahr ist aber auch, dass in akuter Gefahr rasches Handeln nötig ist. Das ist ähnlich wie bei Hochwasser, zu dessen Ursachen in vielen Fällen ja auch länger zurückliegende Fehler von Menschen zählen. Vor der Analyse kommt aber der Rettungseinsatz. Dass in England mit seiner besonders kritischen Presse eine Terrorbedrohung einfach erfunden wird, kann man ausschließen. Und so ist abzusehen, dass sich die Menschen immer schärferen Kontrollen - als Reisende bis auf die nackte Haut - fügen werden.“

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