Internationale Zusammenarbeit
EU und USA demonstrieren Einigkeit

Drei Jahre nach Beginn des Irakkrieges arbeiten die EU und die USA in wichtigen außenpolitischen Fragen wieder Hand in Hand. Am Dienstag lobte die US-Regierung in ungewöhnlich hohen Tönen die Weichenstellungen der EU-Außenminister vom Wochenende.

BRÜSSEL. Vor allem die EU-Beitrittsperspektive für den Balkan finde in Washington „starken Rückhalt“, heißt es in einer in Brüssel veröffentlichten Erklärung. Zuvor hatte das US-Außenministerium bereits die harte europäische Haltung im Atomstreit mit Iran und in der Nahostpolitik gelobt.

Iran sei ein „hervorragendes Beispiel“ für die neue transatlantische Zusammenarbeit, sagte der Leiter der Abteilung Europäische und Eurasische Angelegenheiten im State Department, Daniel Fried. Die Abstimmung mit der EU-3 (Deutschland, Frankreich, Großbritannien) habe zu „historischen Entscheidungen“ in der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA geführt. Die IAEA hatte das iranische Atomprogramm verurteilt und den Fall an den Uno-Sicherheitsrat überwiesen. Anders als im Irakkrieg, wo die USA vorpreschten und die EU gespalten war, stimmen Europäer und Amerikaner diesmal ihren Kurs ab.

Auch die EU lobte die Zusammenarbeit. Seit dem Besuch von US-Präsident George W. Bush vor einem Jahr in Brüssel seien Europäer und Amerikaner wieder „starke und enge Partner“, sagte die Sprecherin von EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner. Die Kooperation habe sich nicht nur in Iran, sondern auch in der Nahostpolitik bewährt. Als Beispiel nannte sie die Abstimmung im so genannten Nahost-Quartett. Die transatlantischen Beziehungen seien „extrem wichtig und unentbehrlich“, betonte die Sprecherin.

Für Experten kommt das beiderseitige Lob nicht überraschend. „Die transatlantischen Beziehungen haben sich seit dem Irakkrieg signifikant verbessert“, sagt der außenpolitische Experte des Brüsseler Think-Tanks EPC, Antonio Missiroli. US-Präsident Bush habe eingesehen, dass er in der Außenpolitik auf Partner angesehen ist. Und die Europäer hätten gelernt, dass sie bei einer „antagonistischen Haltung“ zu den USA nur verlieren könnten. „Zum ersten Mal in der Geschichte reden Europäer und Amerikaner nicht mehr nur übereinander, sondern miteinander“, sagt der Analyst.

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