Internationaler Druck gegen Hisbollah
Unsichere Waffenruhe in Beirut

Nachdem am Freitag die Kämpfe im Libanon weiter eskaliert waren, herrschte am Samstagmorgen in der Hauptstadt Beirut gespannte Ruhe. Im Konflikt der pro-iranischen Hisbollah sowie der schiitischen Amal-Bewegung mit der Regierung von Premierminister Fuad Siniora bezogen USA und EU am Freitagabend eine klare Position.

HB BEIRUT. Nach einer Eskalation der Gewalt im Libanon mit mindestens 20 Toten herrschte am Samstag in der Hauptstadt Beirut gespannte Ruhe. Zivilschutz-Teams fegten Patronenhülsen von den Straßen, die Menschen deckten sich mit Lebensmitteln ein. Nach Augenzeugenberichten waren kaum noch maskierte Bewaffnete zu sehen. „Ich habe zum ersten Mal seit Donnerstagabend wieder mein Haus verlassen“, sagte ein sunnitischer Bewohner der Hauptstadt.

Kämpfer der pro-iranischen Hisbollah und der schiitischen Amal- Bewegung hatten am Freitag mehrere Viertel im Zentrum der Hauptstadt Beirut unter ihre Kontrolle gebracht. Die Kämpfe waren am Donnerstag ausgebrochen, nachdem Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah erklärt hatte, die pro-westliche Regierungsmehrheit von Premierminister Fuad Siniora habe der Opposition „den Krieg erklärt“.

Am Freitag hatten die Kämpfe in Beirut auch auf Gebiete im Osten der Stadt übergegriffen, die von Drusenführer Walid Dschumblatt kontrolliert werden. Augenzeugen berichteten von Gefechten zwischen Sicherheitskräften Dschumblatts und Kämpfern der Hisbollah und der Amal-Bewegung. Inzwischen kontrolliere aber wieder die Armee das Areal.

Die US-Regierung und die Europäische Union verurteilten den Gewaltausbruch im Libanon scharf und betonten ihre Unterstützung für die Regierung Siniora. Washington forderte die Schiiten-Miliz Hisbollah auf, ihre Gewalt im Libanon einzustellen. „Unterstützt von Syrien und dem Iran töten und verletzen die Hisbollah und ihre Verbündete ihre Mitbürger, untergraben die gesetzmäßige Autorität der libanesischen Regierung und der staatlichen Institutionen“, heißt es in einer Stellungnahme von US- Außenministerin Condoleezza Rice vom Freitagabend (Ortszeit) in Washington.

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