Internationaler Gerichtshof befasst sich mit Sperranlage
Israel korrigiert Grenzwall auf kurzem Abschnitt

Israel will neun Kilometer des umstrittenen Sperrwalls zu den Palästinensergebieten abreißen - um einen palästinensischen Ort nicht ganz vom Rest des Westjordanlands abzuschneiden.

HB BERLIN. Israel will einen kurzen Abschnitt seiner Grenzanlage zum Westjordanland wieder abreißen. Das teilte ein Sicherheitsbeamter am Freitag in Jerusalem mit. Damit solle die Ortschaft Baka el Scharkia nicht länger vom übrigen palästinensischen Gebiet abgeschnitten sein. Es geht um etwa neun Kilometer Zaun auf der Ostseite der Stadt. Am Sonntag soll mit dem Abriss begonnen werden.

Der Sicherheitsbeamte kündigte dies unmittelbar vor Beginn einer Anhörung zum Sperrwall vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag an. Der Internationale Gerichtshof befasst sich auf Bitten der UN-Vollversammlung von Montag an mit der umstrittenen Sperranlage zwischen Israel und dem Westjordanland. Die bislang errichteten rund 200 Kilometer - teilweise eine Betonmauer, teilweise ein Stahlzaun - dringen stellenweise tief in palästinensisches Gebiet ein, um jüdische Siedlungen abzugrenzen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte den Verlauf der Sperranlage am Freitag als Verstoß gegen das Völkerrecht. Sie rief Israel auf, innerhalb von palästinensischem Gebiet liegende Teile des Trennwalls sofort abzubrechen und den weiteren Mauerbau durch die besetzten Gebiete zu stoppen. Amnesty kritisierte, dass die Grenzanlage zum größten Teil nicht entlang der Grünen Linie zwischen Israel und dem Westjordanland verlaufe, sondern durch palästinensisches Gebiet.

Sie umschließe palästinensische Städte und Dörfer, was für Hunderttausende Palästinenser verheerende Folgen habe. Die Anlage trenne große Teil der Bevölkerung von Feldern, Arbeitsplätzen, Schulen und medizinische Einrichtungen, kritisierte Amnesty International.

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