Internationaler Währungsfonds
IWF erlässt ärmsten Ländern die Schulden

19 der 20 ärmsten Länder der Welt werden zum 1. Januar 2006 sämtliche Schulden beim Internationalen Währungsfonds (IWF) erlassen. Das beschlossen die Exekutivdirektoren des IWF am Mittwoch in Washington. Mauretanien muss noch nachweisen, dass die eingesparten Gelder tatsächlich in die Armutsbekämpfung fließen werden.

HB WASHINGTON. „Dies ist ein historischer Moment“, sagte IWF-Sprecher Tom Dawson. Die Hilfsorganisation Oxfam begrüßte das Ergebnis. „Der nächste Schritt ist der Schuldenerlass für mehr als 60 Ländern, die die Mittel auch dringend zur Armutsbekämpfung brauchen“, sagte Sprecher Max Lawson. Den IWF kostet der jetzt beschlossene Schuldenerlass rund 3,3 Mrd. Dollar (2,8 Mrd. Euro).

Auch Die Weltbank und die afrikanische Entwicklungsbank wollen noch in diesem Jahr über einen Schuldenerlass entscheiden. Die in Frage kommenden Länder stehen bei der Weltbank mit rund 38 Mrd. Dollar in der Kreide. Die reichen Länder versprachen bei der Jahrestagung von IWF und Weltbank im September in Washington, die ausfallenden Beträge Dollar für Dollar zu ersetzen.

Den Anstoß für die umfangreiche Entschuldungsinitiative gaben die reichsten Länder der Welt und Russland bei ihrem G8-Gipfeltreffen im Juli in Schottland. Damit soll das vor fünf Jahren angepeilte Ziel der Vereinten Nationen, die Armut weltweit bis 2015 zu halbieren, realisiert werden. Die in Frage kommenden Länder hatten bereits im Rahmen der Entschuldungsinitiative „HIPC“ (Heavily Indebted Poor Countries/Hoch Verschuldete Arme Länder) Schuldennachlässe erhalten. Dafür mussten sie eine gute makroökonomische Politik und Programme zur Armutsfinanzierung vorweisen. 20 weitere Länder können sich in den kommenden Monaten ebenfalls für den Schuldenerlass qualifizieren. Von der Initiative sind bilaterale Schulden ausgenommen.

Der IWF finanziert den Schuldenerlass teilweise aus Goldverkäufen und aus einem Sondertopf, der von 43 Ländern finanziert wird, darunter Deutschland. 37 Länder haben der Umwidmung der Gelder nach IWF-Angaben bereits zugestimmt, das Plazet der anderen noch vor Ende des Jahres ist nach Angaben von IWF-Sprecher Dawson eine Formsache. In den Genuss des Schuldenerlasses kommen unter anderem Äthiopien, Bolivien, Mosambik, Nicaragua, Ruanda, Tansania und Uganda.

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