Internationales Ranking
Deutsche Presse verliert an Freiheit

Dass die russische Regierung nicht viel von Pressefreiheit hält, ist bekannt. So dürfte es Präsident Putin auch kaum Sorgen bereiten, dass sein Land in der neuen Pressefreiheit-Rangliste der Organisation Reporter ohne Grenzen besonders schlecht abschneidet. Gleichzeitig gibt aber zu denken, dass Deutschland im internationalen Vergleich noch hinter Staaten wie Bolivien zurückfällt.

HB PARIS. In der am Dienstag in Paris veröffentlichten Liste von Reporter ohne Grenzen belegt die Bundesrepublik nur noch Platz 23, vorher lag sie auf dem 18. Rang. Die USA finden sich wegen der zunehmend angespannten Beziehungen der Bush-Regierung zu den Medien nur noch im Mittelfeld. Nordkorea, Turkmenistan und Eritrea behaupteten ihre Stammplätze am Ende der Skala.

„In den Ländern, die zu den größten Feinden der Pressefreiheit gehören, hat sich kaum etwas geändert“, stellen die Reporter ohne Grenzen in ihrer fünften Rangliste fest. „Journalisten in Nordkorea, Eritrea, Turkmenistan, Kuba, Myanmar (Birma) und China riskieren für unabhängige Recherchen massive Drohungen, Schikanen und langjährige Haftstrafen, manchmal sogar ihr Leben.“

Aber die Organisation hat auch positive Entwicklungen ausgemacht: Zwei Länder rückten erstmals in die Top 20 auf. Bolivien (16.) erreichte von den ärmeren Ländern die beste Platzierung. „Pressefreiheit wird dort genauso geachtet wie in Kanada oder Österreich“, heißt es in dem Bericht. An der Spitze der Rangliste stehen nach wie vor nordeuropäische Länder wie Finnland, Irland, Island und die Niederlande, die sich den ersten Platz teilen. Meldungen über Zensur, Bedrohungen, Einschüchterungsversuche oder Repressalien lägen von dort nicht vor.

»  Rangliste der Pressefreiheit 2006

In Deutschland sei der Zugang zu Daten dagegen trotz Verabschiedung des Informationsfreiheitsgesetzes noch immer erschwert. Punkte auf der Rangliste kosteten nicht nur die Aktivitäten des BND, der zehn Jahre lang bis zum Herbst 2005 Journalisten illegal überwachte. Auch der Fall „Cicero“ wird von den Reportern ohne Grenzen kritisiert: „Es gab Redaktions- und Hausdurchsuchungen, inzwischen wurde das Verfahren wegen „Beihilfe zum Geheimnisverrat' gegen zwei Journalisten jedoch eingestellt.“

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