Interne Untersuchung
Israels Heer setzte Streubomben illegal ein

Eine interne Untersuchung des israelischen Militärs über den heftig umstrittenen Einsatz von so genannten Streubomben im Libanon-Krieg im Sommer hat Erstaunliches zutage gefördert: Demnach wurde die Munition, unter der besonders die Zivilbevölkerung zu leiden hat, gegen den ausdrücklichen Befehl des Generalstabs abgefeuert.

HB JERUSALEM. Nach Medienberichten hatte Generalstabschef Dan Halutz verboten, diese Art von Munition abzufeuern. Die Luftwaffe habe sich an den Befehl gehalten, das Heer jedoch nicht. Halutz habe zwischenzeitlich eine Untersuchung eingeleitet, meldete das israelische Armeeradio. Die Verstöße könnten strafrechtliche Ermittlungen nach sich ziehen. Halutz ist wegen des Libanon-Kriegs wiederholt zum Rücktritt aufgerufen worden.

Ein israelischer Militärsprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Israel hat in der Vergangenheit sein Recht auf den Einsatz von Streubomben im Rahmen des Völkerrechts verteidigt. Streubomben verteilen eine Vielzahl kleinerer Sprengsätze über dem Boden, von denen die meisten ein erheblicher Teil nicht detoniert, sondern als Blindgänger liegenbleibt. Wie Landminen können die „versteckten Killer“ auch noch nach Jahren bei der leisesten Berührung etwa durch spielende Kinder hochgehen.

Die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch wirft Israel vor, während des fünfwöchigen Krieges gegen die libanesische Hisbollah-Miliz Streubomben auf Wohngebiete im Südlibanon abgeworfen zu haben. Die Vereinten Nation haben zu einem weltweiten Einsatzstopp von Streubomben in bewohnten Gebieten aufgerufen.

Seit dem Ende des Libanonkrieges Mitte August sind mehr als 20 Menschen durch Streubomben getötet und etwa 70 verletzt worden, die meisten von ihnen Zivilisten. Während des Libanonkrieges selbst waren etwa 1 200 Libanesen und knapp 160 Israelis getötet worden.

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