Interrail
Vergesst die Alten nicht!

Die Jugend hält nicht viel von Europa. Deshalb diskutiert die EU über kostenlose Interrail-Tickets. Denn reisen eröffnet neue Horizonte. Die Idee ist gut, aber die größten Kritiker bleiben zuhause. Ein Kommentar.
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BerlinDer Plan ist einfach wie charmant. Zum 18. Geburtstag flattert jedem Jugendlichen in Europa ein Brief der EU-Kommission ins Haus. Im Kuvert: ein Glückwunschschreiben, und ein Interrail-Gutschein für eine Bahnreise durch Europa. Reisen verbindet. Reisen baut Vorurteile ab. Ein Ticket, das der derzeitigen EU-Skepsis entgegenwirken soll. Und das ist auch dringend nötig: Egal, ob Arbeitslosigkeit oder soziale Ungleichheiten – in vielen europäischen Ländern sind viele junge Menschen frustriert. Und sehen keinen Ausweg. Ein kleiner Lichtblick könnte das Gratis-Ticket sein.

Keine Frage, es ist eine tolle Idee. Bislang bleiben prägende Reiseerfahrungen vor allem denen vorbehalten, die ohnehin aus guten Verhältnissen kommen. Alle anderen bleiben zu Hause – und beim europäischen Gemeinschaftsgefühl auf der Strecke. Ein Gratis-Ticket würde das Reisen demokratisieren.

Das Problem ist: Die Europa-Skepsis löst der Reisegutschein für Jugendliche nicht. Denn es sind vor allem die Älteren, die sich von der EU abwenden. Das hat der Brexit bewiesen. Und das belegt eine Studie des PEW-Forschungszentrums aus Washington. In neun von zehn EU-Staaten fehlt demnach besonders den Über-50-Jährigen eine positive Sicht auf Europa. Ein Interrail-Ticket für 18-Jährige ließe die wichtigste Zielgruppe außen vor.

Eine Lösung wäre, das Interrail-Ticket auch an Senioren zu verschenken. Wie zum 18. Geburtstag würde jeder Europäer zum Renteneintritt einen Reisegutschein erhalten – mit besten Grüßen der Kommission. Jugendliche und Senioren würden sich so auf der Reise begegnen. Nicht nur Bürger verschiedener Staaten, auch Generationen könnten voneinander lernen. Natürlich: Das Projekt würde dadurch teurer, aber das Geld wäre nachhaltig investiert.

Kommentare zu " Interrail: Vergesst die Alten nicht!"

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  • Der Jugend hilft nur die Abschaffung des Euro und die Abschaffung einer Grün-Sozialistischen CO2 Verbotspolitik.
    Euro und CO2 Verbot sind die Werkzeuge der Politik die dazu führen, dass es in der EU kein Wirtschaftswachstum, keinen Fortschritt und keine Zukunft für die Bürger gibt. Egal ob Jung oder Alt....diese Grün-Sozialistische Politik von Euro, CO2 Verbot und illigaler Einwanderung macht aus der EU und Europa einen Trümmerhaufen von Mangel und Armut...Gewalt und Terror, Angst und Ausplünderung.

  • An dieser Aktion erkennt man den desolaten Zustand der EU um die Alkoholiker Junker, Schulz & Asselborn. Im Suff ist noch nie etwas positives entstanden.
    Die EU teilt sich in Club Med, Club Ost u. dem Rest. Der Gaul ist tot geritten. Der Grieche bettelt schon wieder!!!!!!

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