Interview
„Die freien Völker sind gewarnt“

Im Handelsblatt-Interview schließt der amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld im eskalierenden Atomstreit mit Iran auch einen Militärschlag nicht aus, sieht die Gefahr neuer Terroranschläge und betont die Notwendigkeit einer Reform der Nato.

Handelsblatt: Herr Rumsfeld, Bundeskanzlerin Angela Merkel blickt nicht mehr ganz so überschwänglich nach Paris und Moskau wie ihr Vorgänger: Sind die transatlantischen Beziehungen dadurch leichter geworden?

Rumsfeld: Ich will hier keine Vergleiche anstellen. Die Kanzlerin hat gerade einen sehr erfolgreichen Besuch in den USA abgeschlossen. Wir freuen uns darauf, mit ihr zusammenzuarbeiten.

Sind Sie nicht enttäuscht, dass die Bundesregierung beim Verteidigungsetat einen strikten Sparkurs fährt?

Ich glaube in der Tat, dass durch Investitionen in die Verteidigung auch Wachstum und Wohlstand begünstigt werden. Wenn man Amerika aus der Nato herausnimmt, hat das Bündnis in den vergangenen drei Jahren sein Verteidigungsbudget von 1,9 Prozent des kumulierten Bruttoinlandsproduktes auf etwas über 1,8 Prozent gekürzt. In den USA ist der Prozentsatz auf 3,7 Prozent angewachsen.

Im März wird wahrscheinlich der Uno-Sicherheitsrat über den Atomstreit mit Iran beraten. Was passiert, wenn die Regierung in Teheran bis dahin keine Konzessionen macht?

Wir verfolgen einen diplomatischen Kurs: Der US-Präsident arbeitet sehr eng mit den EU-3-Staaten zusammen. Aber die Welt ist besorgt über die Entwicklung im Mittleren Osten. Die neuesten Äußerungen des iranischen Präsidenten haben die Lage zusätzlich angeheizt. Jede Regierung, die behauptet, dass Israel kein Existenzrecht habe, macht ein Statement über ihr mögliches Verhalten in der Zukunft.

Würden Sie die rote Linie definieren, wo diplomatische Instrumente nicht mehr greifen?

Nein.

Aber Sie würden nicht ausschließen, dass nur eine Option übrig bleibt, wenn alle diplomatischen Mittel ausgeschöpft sind?

Ich stehe hinter der Position des Präsidenten.

Das heißt: Alle Optionen – ein-schließlich der militärischen – sind auf dem Tisch?

So ist es.

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