Interview mit Außenminister D'Alema
Italien will Hisbollah umerziehen

Italien stellt tausende Soldaten für die Libanon-Truppe der Vereinten Nationen. Der italienische Außenminister Massimo D'Alema will die Blauhelme aber keineswegs dazu einsetzen, die radikal-islamische Hisbollah zu zerschlagen. Er hat andere Pläne für den Erzfeind Israels.

HB WASHINGTON. In einem Interview des amerikanischen Nachrichtenmagazins „Time“ sagte D'Alema: „Unser Ziel ist es nicht, die Hisbollah zu zerstören“. Die Hisbollah sei ein wichtiger Bestandteil der libanesischen Gesellschaft. Er hoffe, dass sich die Hisbollah in eine rechtmäßige politische Bewegung verwandeln werde. Aber der Hisbollah müsse klar sein, dass, wenn sie die Feindseligkeiten gegen Israel wieder aufnehme, sie mit einer Reaktion der internationalen Gemeinschaft rechnen müsse.

Zur Frage der Zukunft des Libanon sagte D'Alema: „Die arabische Welt befindet sich am Scheideweg“. Neben demokratischen Impulsen gebe es einen gewaltsamen religiösen Fundamentalismus. „Wir wollen, dass sich die demokratischen Kräfte durchsetzen.“ Aufgabe der UN-Truppe sei deshalb die Stärkung der Demokratie und der Regierung im Libanon.

Die Europäische Union hat angeboten, mehr als die Hälfte der geplanten 15 000 Soldaten für den Libanon zu stellen. Italien ist zur Entsendung von bis zu 3 000 Soldaten bereit und stellt damit eines der stärksten Kontingente neben Frankreich. Italien soll Frankreich bei der Führung der multinationalen Truppe namens Unifil Anfang 2007 ablösen. Die Blauhelme sollen die brüchige Waffenruhe nach dem Ende des Libanon-Krieges zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz sichern. Deutschland wird nach bisheriger Planung Marineeinheiten schicken, um die Küste zu überwachen und damit vor allem Waffenschmuggel zu unterbinden.

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