Interview mit der „New York Times“

„Ich will die Clintons nicht verletzen“

Donald Trump hat seine Meinungen schon im Wahlkampf immer wieder angepasst. Aber was der künftige Präsident nun von sich gibt, klingt nochmal ganz anders als vor dem 8. November. Nur bei einem Thema bleibt er hart.
Update: 23.11.2016 - 06:45 Uhr 3 Kommentare

Überraschend zurückhaltend – „Ich will die Clintons nicht verletzen“

New YorkKlimawandel, Folter, E-Mail-Affäre - müsste man die politische Wandlung nachzeichnen, die Donald Trump seit seinem Wahlsieg vollzogen hat, käme man wohl bei vielen Themen auf eine Kehrtwende von 180 Grad. In einem langen Interview hat sich der künftige US-Präsident den Fragen der „New York Times“ gestellt - und mit sehr zahmen Antworten überrascht. Trump schien stark darum bemüht zu sein, umstrittene Aussagen aus dem Wahlkampf abzumildern. Die Journalisten der Zeitung bescheinigten dem 70-jährigen einen erkennbaren Eifer, seinem Publikum zu gefallen.

Inhaltlich äußerte sich Trump einmal mehr sehr vage. Wie bei all seinen Ankündigungen bleibt abzuwarten, was nach Trumps Amtsantritt am 20. Januar 2017 tatsächlich davon übrig bleibt - und was auch machbar ist. Eine Übersicht über seine jüngsten Äußerungen und was er zuvor versprochen hat:

Folter

Trump hat in diesem Jahr mehrmals erklärt, er werde das „ international geächtete - Waterboarding zurückbringen und „noch viel schlimmere Dinge“ einführen. Folter funktioniere als Verhörmethode, sagte er etwa im Februar. Waterboarding - also simuliertes Ertränken - war nach den Anschlägen vom 11. September eine umstrittene Praxis der CIA, um Terrorverdächtige zu verhören. Mittlerweile ist es verboten.

Diese Insignien der Macht erhält Donald Trump
Die Codes für den Atomwaffen-Einsatz
1 von 21

„Atom-Football“ heißt der etwas überdimensionierte Aktenkoffer, mit dessen Hilfe der Präsident den Abschuss von Nuklearwaffen befehlen kann.

Das Weiße Haus
2 von 21

Die Adresse des Präsidentensitzes lautet 1600 Pennsylvania Avenue in Washington D.C. Nun zieht der 45. Präsident der Vereinigten Staaten, Donald J. Trump, hier mit seiner Familie ein.

Das Oval Office
3 von 21

Das Büro des Präsidenten. Hier bespricht sich das Staatsoberhaupt mit Vertrauten oder empfängt Gäste.

Der Präsidenten-Schreibtisch
4 von 21

Im Zentrum des Oval Office steht ein historischer Schreibtisch, den schon viele Präsidenten genutzt haben. Wichtige Telefonate mit Staatschefs anderer Länder werden hier geführt.

Der Kabinettstisch im Weißen Haus
5 von 21

An diesem Tisch wird künftig das Kabinett von Donald Trump sitzen.

Privaträume im Weißen Haus
6 von 21

Der „Yellow Oval Room“ bietet einen perfekten Blick auf das Washington Monument. Designer Michael S. Smith hat den Raum gestaltet. (Michael Mundy/Architectural Digest via AP)

Privaträume im Weißen Haus
7 von 21

Der „Treaty Room“ liegt ebenfalls in der ersten Etage des Weißen Hauses. Derzeit ist er noch mit Erinnerungsstücken aus der Zeit des Präsidenten Barack Obama gefüllt. (Michael Mundy/Architectural Digest via AP)

Trump deutete in dem Interview an, dass er seine Position zum Thema Folter nach einem Gespräch mit dem pensionierten Vier-Sterne-General James Mattis geändert hat. Dieser ist als neuer Verteidigungsminister im Gespräch. Mattis habe ihm gesagt, dass er derartige Methoden nie für sinnvoll gehalten habe, erklärte Trump. Folter mache nicht die Art von Unterschied, die manche Menschen erwarteten.

Klima

Der Unternehmer hat die Existenz eines von Menschen verursachten Klimawandels sehr oft angezweifelt. 2012 behauptete er, das Konzept der globalen Erwärmung sei von den Chinesen erfunden worden, um der Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Industrie zu schaden. Im Wahlkampf versprach er den Ausstieg aus dem Pariser Klimavertrag.

Nun ist Trump deutlich zurückhaltender. Auf die Frage, ob sich die USA unter seiner Führung aus internationalen Klimaabkommen zurückziehen würden, sagte er: „Ich werde das sehr genau prüfen. Ich stehe dem Ganzen offen gegenüber.“ Er räumte auch ein, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und menschlichem Einfluss geben könnte. „Irgendwie, es hängt davon ab, wie viel.“

Clinton soll verschont bleiben
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Interview mit der „New York Times“ - „Ich will die Clintons nicht verletzen“

3 Kommentare zu "Interview mit der „New York Times“: „Ich will die Clintons nicht verletzen“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Der Trump kann es euch aber auch wirklich nicht recht machen.

    Mal ist er so hart dann wieder zu soft. Aber die Mutti macht alles richtig

  • Lieber Herr Marc Hofmann, falls Sie nicht ein Bot sind, ansonsten den ganzen Tag Zeit haben, irgendetwas zu tippen, da von Ihnen in allen Kommentaren immer dieselben abstrusen Buchstabenkombinationen stehen, wieviel ist 2 + 2 ?

  • Liebes Handelsblatt:
    Hält sich Herr Trump auch an die email-Regeln, deren Bruch er Frau Clinton vorwarf, jetzt, da er Geheimnisträger ist?
    Halten sich seine Kinder auch dran?
    Wie sehen denn die Regeln in ihrer Gesamtheit aus, an die sich die Geheimnisträger in den USA zu halten haben?
    Er hätte ja gesagt, er könne ein guter Präsident sein und seine Geschäfte gleichzeitig tätigen.
    Vielleicht könnten Sie ein bischen recherchieren; machen Sie doch mal den Faktenchek und schreiben einen Artikel. Interessant dürfte das ja werden....

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%