Interview Nicolas Berggruen: „Ich bin kein luxusvernarrter Kapitalist“

Interview Nicolas Berggruen
„Ich bin kein luxusvernarrter Kapitalist“

Nicolas Berggruen ist prominenter Besucher beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Für das Interview mit Handelsblatt Online bat er sich aus: kein Wort zu Karstadt. Ihn beschäftigen lieber andere Themen.
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Nicolas Berggruen ist auf „Book Tour“. Das Werk mit dem Titel „Intelligent Governance for the 21st Century“ liegt vor ihm. Der 51-jährige Investor, der die ganze Welt sein Zuhause nennt und vor zwei Jahren die Warenhauskette Karstadt übernahm, rührt für sein Erstlingswerk gleich in mehreren Sprachen die Werbetrommel. Heute auf Spanisch. Am laufenden Band empfängt er an diesem Januartag in der Lounge eines Fünf-Sterne-Hotels in Barcelona Journalisten und Kamerateams. Über sein Buch, das im Juni auch auf Deutsch erscheint, spricht der Deutsch-Amerikaner gerne. Nur über ein Thema will Berggruen an diesem Tag partout nicht reden: sein Investment beim angeschlagenen Warenhaus Karstadt.

Handelsblatt: Herr Berggruen, Sie haben ein Buch geschrieben, das sich mit den gegenwärtigen Staatskrisen auseinandersetzt und Wege zu deren Lösung aufzeigen soll. Vielen sind Sie als Investor bekannt. Was treibt Sie dazu, Ihre Zeit mit dem Buchschreiben zu verbringen?

Nicolas Berggruen: Alle Regierungen der entwickelten Länder stecken in einer Krise, nämlich in einer Führungs- beziehungsweise Governance-Krise. Wir haben eine politische Konstruktion in Europa, die nicht funktioniert. Die Krise in Europa, den USA und auch in China ist der Normalzustand. Das wird auch ein großes Thema auf dem diesjährigen Forum in Davos sein.

Was beunruhigt Sie? In Deutschland leben wir ganz gut mit der Krise.

Die Währungskrise ist nur ein Symptom der politischen Krise in Europa. Und Deutschland ist keine Insel. Die Krise wird auch Deutschland erreichen. Es gelingt Europa nicht, die Währungskrise von anderen Themen, Werten und Zielen der Gemeinschaft zu trennen.

Fürchten Sie, dass Europa deshalb überholt wird – etwa von China?

Wenn Sie fragen, was gut im Osten und im Westen ist, sehen Sie, dass es in China eine gut laufende Wirtschaft gibt, aber auch ungeklärte soziale Fragen. Aber das Land wird weiterhin ein bedeutender Konkurrent für Europa sein. Ich beobachte einen Mangel an Transparenz, Demokratie und Menschenrechten.

Ist das der Grund, weshalb Sie nicht in China investieren?

Die Chinesen brauchen mich nicht. Sie brauchen niemanden. Einige Länder sind offen, was ihre Gesellschaft und ihre Gesetze betrifft. In China ist das völlig anders. Die Kultur ist dort alles, der Einzelne ist nichts. Die Kultur von China ist eine Kultur von Beziehungen, und keine, die durch Gesetze geregelt ist. Wer Investor in China ist und gute Beziehungen zur Regierung pflegt, erhält Unterstützung und Schutz. Wer nicht darüber verfügt, verliert diesen Schutz.

Wie halten Sie es mit Chinesen in Ihrem Think-Tank, dem Berggruen Institute?

Wir haben im Institute viele Persönlichkeiten mit Regierungserfahrung wie Gerhard Schröder, Fernando Henrique Cardoso oder Tony Blair. Das Herz von China jedoch ist die Partei. Um das Land zu verstehen, haben wir den Direktor der Parteischule für das Institute gewinnen können. Denn wir wollen auch Brücken zwischen Ost und West bauen.

Kommentare zu " Interview Nicolas Berggruen: „Ich bin kein luxusvernarrter Kapitalist“"

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  • Richtig Realistin. Herr Berggrün ist Mitglied im Council
    of Foreign Relation eine Vorfeldorganisation der Bilderberger. Natürlich muß Herr Berggrün seinen eigenen Think Tank gründen damit jerder in Europa weiß wie toll die Eu( Neue Weltordnung)ist. Und natürlich werden dann auf anraten des Think Thanks die nationalen Parlamenente ihre Rechte an die Eu-Komission "freiwillig" abtereten.Ich höre schon die Champagner Korken knallen bei den JPMorganchasern, Rotschildern, Warburgern,Rocketfellern,Kittygrouplern,

  • Die aktuell letzte Änderung auf Wikipedia datiert vom 05.01.2013, 17.46 Uhr. Ihr Kommentar vom 24.01.2013, 08.07 Uhr. Versuchen Sie besser zu lügen.

  • Und? Berggruen hat Eltern. Sie nicht?

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