Interview zur Gewalt in Kiew „Ich habe Angst”

Die ukrainische Journalistin Kateryna Panova ist unterwegs auf den Straßen in Kiew. Sie erzählt von der Gewalt mancher Demonstranten, den Repressalien der Polizei – und ihren persönlichen Schutzvorkehrungen.
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Die ukrainische Journalistin Kateryna Panova war in den vergangenen Tagen in Kiew unterwegs. Sie hat in New York studiert.

Die ukrainische Journalistin Kateryna Panova war in den vergangenen Tagen in Kiew unterwegs. Sie hat in New York studiert.

DüsseldorfFrau Panova, Sie waren in den vergangenen Tage auf den Straßen von Kiew. Was haben Sie dort erlebt?

Kateryna Panova: Das Parlament hat die neuen Gesetze zur Verschärfung des Demonstrationsrechts verabschiedet. Dann ist am 19. Januar  die Situation eskaliert. Die Oppositionsführer hielten blumige Reden. Daraufhin haben die Demonstranten sie ausgebuht. Ihre Forderung lautete: Nicht reden, sondern handeln. Ein Aktivist forderte die Menge auf: Wählt einen Anführer oder geht zum Parlament und bringt die Abgeordneten dazu, das Gesetz zu ändern. Die Menge stürmte zum Parlament und traf dort in der Grushevskyy-Straße auf die Polizei. Dort begann die Gewalt.  

Wie reagieren die Demonstranten auf die Gewalt der Polizei?

Die Radikalen unter ihnen wehren sich und werfen Molotow–Cocktails, Feuerwerkskörper und Pflastersteine auf die Polizei. Diejenigen, die keine Gewalt wollen, halten sich von den Kämpfen fern, und beteiligen sich auf friedliche Weise. Sie bauen Barrikaden und bringen Essen und Schutzmasken

Hat Vitali Klitschko noch genug Einfluss, um die Opposition zu führen?

Anders als im Sport war Klitschko in der Politik bisher wenig erfolgreich. Die Bürgermeisterwahl in Kiew 2008 hat er verloren. Außerdem streiten die Spitzen der Opposition darüber, wer die Führungsrolle übernehmen soll. Das kommt in der Bevölkerung nicht gut an. Klitschko ist immer noch sehr populär. Er kann die Opposition führen, aber er erscheint zögerlich.

Wie geht die Polizei mit Journalisten um?

Obwohl Journalisten an den Brennpunkten klar an ihren orangefarbenen Westen und  Helmen mit der Aufschrift „Presse“ zu erkennen sind, kommt es immer wieder zu Übergriffen der Polizei. Mindestens 40 Journalisten sind verletzt worden. Einer von ihnen bekam aus kurzer Distanz Tränengas ins Gesicht und verlor sein Augenlicht. Ich persönlich kenne drei Fotografen von großen Nachrichtenagenturen, die durch den Einsatz der Polizei schwer verwundet wurden. Von Übergriffen der Demonstranten auf Journalisten habe ich nicht gehört.   

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5 Kommentare zu "Interview zur Gewalt in Kiew: „Ich habe Angst”"

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  • Dass sind die die es wagen offen auf die zu Straße gehen und die Stirn bieten bei Minus 10 Grad und mehr, während Sie in Ihrem warmen Sessel sitzen! Haben Sie mal das Alter der Leute gesehen die auf dem Maidan stehen? Die die noch Zuhause in Wut verharren ist imnens. Es braucht nicht und die werden mobil! Mit Hilfe des Westen? Ist man in Ihren Augen, wenn man gegen Diktatur ist, direkt ein amerikanischer Scherge? In was für einer Welt von verwirrter Wahrnemung leben Sie?

  • - Demonstrationsgesetz im Einklang mit der EU steht - ?
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    Meint etwa Kateryna, daß bei ähnlichen Vorgängen in
    der 'EU' die Sicherheitskräfte anders reagieren würden?
    Wie es aussieht geht die eskalierende Gewalt in der
    Ukraine von der Opposition aus, die nicht einsehen will,
    daß einseitige Knebelungsverträge, ausgearbeitet von
    einer 'EU', in der die Politiker ihre politischen Vor-
    stellungen über jede wirtschaftliche Vernunft setzen,
    nicht akzeptiert werden können und nur durch fried-
    liche Verhandlungen zu einer unabhängigen Ukraine von
    beiden Machtblöcken möglich sind.
    Betrachtet man die Vorgänge in dem sich in der Insol-
    venz bedindlichen europ. Länder, so fragt man sich
    wieso mit den Fingern auf die Ukraine gedeutet wird
    und von der 'EU' die europäischen Werte beschworen
    werden, die weder in der Wirtschaft, den Finanzen
    noch in der Justiz existieren, wenn man die Ent-
    wicklung der EZB mit ihrem Schneeballsystem, das
    Brechen der Mastrichtverträge mit der illegalen Staaten-
    finanzierung, sowie die Einrichtung eines ESM mit
    einer Bankenunion betrachtet, die als Zielschscheibe
    die deutschen Sparer und Steuerzahler als Finanziers
    eines verunglückten Eurosionssystems hat?
    Da kann man nur sagen, wenn daß das Bestreben der
    Ukraine ist in diesem 'EU' System aufzugehen, so ist
    deren Pleite schon vorprogrammiert!

  • Für alle die es so viel besser wissen! Amerikanische Verschwörung und so ein Blödsinn! Es geht einzig um die Raffgier einer politischen Mafia:

    http://m.welt.de/article.do?id=kultur/literarischewelt/article124176457/Siegt-die-Diktatur-droht-Europa-ein-Nordkorea

  • Es waren und sind immer die gleichen, die die Feuerchen überall auf der Welt angesteckt haben. Und gegen die hat keiner eine Chance. Es wird Stück für Stück zu Ende gebracht, weil auch diese gegen die ganze Welt machtlos wären. Etliche haben es schon mit der Brechstange versucht und alle sind irgendwann gescheitert.

  • Conspiracy

    http://sch-einesystem.tumblr.com/post/74386668703

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