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Investitionen: Afrikas Topbanker setzt auf China

Der Westen verfolgt Chinas Investitionen in Afrika mit Misstrauen. Doch die Afrikanische Entwicklungsbank sieht die Milliarden als Segen - und fordert mehr. Inzwischen ist China der wichtigste Handelspartner - und erhält im Wettlauf mit anderen Wirtschaftsmächten um die Ressourcen und Märkte Afrikas wertvolle Hilfe.

Donald Kaberuka: Der Präsident der Afrikanischen Entwicklungsbank verlangt transparente Abkommen der Staaten Afrikas mit China. Quelle: Reuters
Donald Kaberuka: Der Präsident der Afrikanischen Entwicklungsbank verlangt transparente Abkommen der Staaten Afrikas mit China. Quelle: Reuters

KAPSTADT/TUNIS. Der führende Banker Afrikas verteidigt Chinas umstrittene Rohstoffoffensive auf dem Kontinent und fordert noch mehr Engagement der asiatischen Großmacht. "Die sich entwickelnde Zusammenarbeit zwischen Afrika und China ist extrem wichtig und positiv", sagte Donald Kaberuka dem Handelsblatt in Tunis. Der Präsident der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) stellte klar: Die Chinesen leisteten mit ihren Investitionen in die Infrastruktur einen enormen Beitrag zum ökonomischen Aufbau.

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Insgesamt hat die Volksrepublik nach Expertenschätzungen bereits mehr als 50 Mrd. Dollar an Krediten und Entwicklungsgeldern in Afrika vergeben. Allein in Angola liegt das Investitionsvolumen der Asiaten bei fast zehn Mrd. Dollar. Im Gegenzug erhalten Chinas Firmen Zugriff auf Rohstoffvorkommen, vor allem Öl und Mineralien. Kaberuka, ein Wirtschaftswissenschaftler aus Ruanda, wird Anfang Februar in Peking über neue chinesische Projekte in Afrika beraten. China erhält somit im Wettlauf mit anderen Wirtschaftsmächten um die Ressourcen und Märkte Afrikas wertvolle Hilfe.

Wen Jiabao will Expansion forcieren

Peking will die Expansion in den nächsten Jahren forcieren. Regierungschef Wen Jiabao sagte neue Hilfen zu. In den kommenden drei Jahren plant Peking, Kredite im Umfang von zehn Mrd. Dollar zu gewähren. Diese Gelder sollen in den Bau der vernachlässigten Infrastruktur sowie in Sozialprojekte fließen.

China forciert die Partnerschaft auch, weil Afrika sich zum wichtigen Absatzmarkt für Billigwaren entwickelt. Seit 2001 hat sich Chinas Handel mit Afrika auf 70 Mrd. Euro verzehnfacht. Damit ist China inzwischen Afrikas größter Handelspartner - vor den USA. Chinas Handelsminister Chen Deming betont, dass Peking bereit sei, die Einfuhrsteuern für Waren aus Afrika zu senken oder ganz abzuschaffen.

Nach außen geben sich Amerikaner und Europäer noch gelassen. "Es gibt in Afrika genug zu tun und ausreichend Platz für alle", sagte der stellvertretende US-Finanzminister Neal Wolin auf einer Visite in Südafrika. Tatsächlich aber verfolgen die traditionellen Wirtschaftspartner Afrikas die Offensive Chinas mit Sorge. Der Westen verurteilt vor allem Pekings Engagement in diktatorisch regierten Staaten wie dem Sudan. Zuletzt sorgte ein Abkommen der Chinesen mit dem westafrikanischen Guinea für Empörung: Kurze Zeit nachdem die Militärjunta 150 Demonstranten niederschoss, schloss China mit den Machthabern einen Vertrag über die Nutzung von Öl- und Mineralienrechten im Wert von sieben Mrd. Dollar.

Inzwischen mehrt sich aber auch in Afrika die Kritik an den immer stärker werdenden Asiaten: "China saugt uns aus und gibt wenig zurück", klagt Mor Talla Kane, Direktor des senegalesischen Arbeitgeberverbandes. Kane ärgert sich vor allem darüber, dass die chinesischen Unternehmen wegen der Unterstützung durch den eigenen Staat bei Ausschreibungen von Infrastrukturprojekten die einheimische Konkurrenz mit Dumpingpreisen leicht ausstechen.

Daneben werde das einheimische Handwerk von der billigen chinesischen Fabrikware verdrängt. Der namibische Politologe Alfredo Hengari beklagt, dass Chinas Engagement in Afrika kaum Arbeitsplätze schaffe und zudem oft die Umwelt zerstöre. "Statt zu profitieren, lösen wir Chinas Probleme, indem wir seinen Arbeitern Jobs in unserem Hinterhof verschaffen", ärgert sich der namibische Wissenschaftler.

Bank-Präsident Kaberuka weist die Kritik entschieden zurück. Die Staaten Afrikas müssten sich selbst um demokratische Strukturen, politische Stabilität und den Kampf gegen die Korruption kümmern. "Das ist eine Herausforderung für Afrika, nicht für China", sagte er. "China kommt wegen der Rohstoffe, sie kommen nicht, um gute Regierungsführung zu bringen." Er erinnerte daran, dass auch westliche Regierungen Diktatoren in Afrika finanziell und politisch unterstützten. "Denken sie nur an Mobutu in dem damaligen Zaire", sagte Kaberuka. Zudem investierten westliche Firmen massiv in China. "Warum soll China dann nicht in Afrika investieren?". Er verlangte jedoch transparente und faire Abkommen der Staaten Afrikas mit den Chinesen.

Die AfDB ist einer der wichtigsten Geldgeber für die Staaten Afrikas. Von Januar 2009 bis November 2009 gab sie im Wert von rund zwölf Mrd. US-Dollar für rund 160 Projekte und Programme.

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