Investitionen im Irak
Deutsche Firmen knüpfen erste Kontakte

Entführungen, Krieg, Anschläge - der Irak gilt immer noch als eines der gefährlichsten Länder der Welt. Trotzdem wittern viele deutsche Manager zwischen Euphrat und Tigris gute Geschäfte - und folgen dem Lockruf des Öls.

ERBIL. Drei weiße Vans mit getönten Scheiben rasen durch das Zentrum von Erbil. Zwei Polizeifahrzeuge bahnen der Kolonne den Weg durch das Verkehrsgewühl. Mehr als 40 deutsche Unternehmer sind in den Nord-Irak gereist, um die Bedingungen für Investitionen auszuloten. Der Nah- und Mittelost-Verein hat den Trip organisiert, auch Vertreter des Bundeswirtschaftsministeriums sind dabei. Es ist das erste Mal seit 2001, dass eine große deutsche Firmendelegation einen Abstecher in das Zweistrom-Land macht.

Der Lockruf des Öls ist auch zu den Managern aus Deutschland vorgedrungen. Iraks Einnahmen aus dem Export von Öl werden für 2008 auf 86 Mrd. Dollar geschätzt. Der Haushaltsüberschuss beträgt demnach 52 Mrd. Dollar, einige Milliarden davon fließen auch nach Kurdistan. Ausländische Unternehmen werden im gesamten Land mit zehnjähriger Steuerfreiheit geködert - die Kurden bieten zusätzlich noch die Chance auf den Erwerb von Grundbesitz. "Wir brauchen alles: von landwirtschaftlichen Maschinen über Strom-Kraftwerke bis hin zu Straßen, Kanalisationssystemen und Staudämmen", sagt Mohammad Rauf, Handelsminister der kurdischen Regionalregierung.

In Erbil ist bereits sichtbar, dass das Gebiet von den Petrodollars profitiert. Überall wird gebaut, am Rande der mehr als eine Million Einwohner zählenden Stadt entstehen Wohnviertel wie English Village oder Dream City - bewachte Anlagen, in denen Häuser zum Teil für weit mehr als 150 000 Dollar weggehen. Kurdistan ist eine Zone relativer Stabilität - der einzige irakische Distrikt, für den das Bundesaußenministerium keine Reisewarnung ausgesprochen hat.

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