Investitionen in Kroatien
Deutsche Unternehmen zieht es an die Adria

Vor allem für deutsche Unternehmen ist der Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen mit Kroatien ein gutes Omen. In den vergangenen zehn Jahren haben sie mehr als zwei Mrd. Euro in dem Land investiert. Deutschland steht damit an zweiter Stelle unter den internationalen Investoren.

rev ZAGREB. Auch im Außenhandel Kroatiens spielt die Bundesrepublik eine führende Rolle. Die Mehrheit der deutschen Unternehmen ist mit ihrem Engagement in Kroatien zufrieden. Das ergab eine Umfrage der Deutsch-Kroatischen Industrie- und Handelskammer. Für 2006 werden sogar noch bessere Erträge als für das Vorjahr erwartet. „71 Prozent der Unternehmen versprechen sich positive Impulse von den EU-Verhandlungen“, meint Kammer-Geschäftsführer Peter Presber.

Die Kammer registriert anhaltendes Interesse gerade kleiner und mittelständischer Unternehmen aus Deutschland. Eine große Herausforderung für Kroatien, so Presber, sei die schrittweise Annäherung an europäische Normen und Standards, insbesondere in den Bereichen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, Abfallverwertung und Energieerzeugung. „Für deutsche Unternehmen, die spezialisierte Technologie und Verfahren anbieten, resultieren daraus gute Geschäftsmöglichkeiten“, sagt Presber. Gleiches gelte für den weiteren Ausbau der Autobahnen und der Häfen. Auch die Tourismuswirtschaft sei zunehmend interessant für deutsche Unternehmen.

Bei allem Enthusiasmus wird auf Kritik nicht verzichtet. Die Umfrage der Kammer ergab, dass deutsche Unternehmen vor allem die mangelnde Professionalität der öffentlichen Verwaltung, das große Ausmaß an Korruption und die fehlende Rechtssicherheit bemängeln. Auch die hohe Steuerbelastung, die fehlende Transparenz bei öffentlichen Ausschreibungen und die geringen Finanzierungsmöglichkeiten werden kritisiert. Gute bis befriedigende Noten vergaben die Befragten vor allem wegen der relativen politischen Stabilität und dem guten Zustand der Infrastrukturen.

Wie stark die jahrelange Verzögerung der EU-Beitrittsverhandlungen der kroatischen Wirtschaft geschadet hat, zeigt ein Blick auf die Makrodaten. Das reale Bruttoinlandprodukt sank von 5,2 Prozent in 2002 auf knapp vier Prozent im vergangenen Jahr. Wichtigster Grund dafür war die abnehmende öffentliche und private Investitionstätigkeit im Land.

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