Investitionen
Saudischer Bauboom lockt Investoren

Trotz Finanzkrise will König Abdullah bis 2014 umgerechnet 400 Mrd. Dollar in neue Verkehrswege, Flughäfen, Krankenhäuser oder Kraftwerke stecken. Und im Haushaltsplan liegen die Ausgaben für Bildung, Gesundheit, Transport oder Kommunikation deutlich über Vorjahresniveau. Bei vielen deutschen Unternehmen löst die Öl-Supermacht Aufbruchstimmung aus.

RIAD. Saudi-Arabien baut mit Milliardeninvestitionen und deutscher Hilfe seine Infrastruktur aus. "Die heimische Bevölkerung wächst pro Jahr um zwei Prozent, das Land hat einen gewaltigen Bedarf an Infrastruktur und Energie", sagt Siemens-Landeschef Christian Selch. Insbesondere der Bau von Kraftwerken und Eisenbahnstrecken lässt bei dem Mischkonzern die Kasse klingeln. So statten die Münchner die Schienen-Route zwischen dem Ölhafen Dammam am Persischen Golf und Riad mit Signaltechnik aus. Den bedeutendsten Marktanteil hält Siemens jedoch im Bereich Medizintechnik. In den vergangenen fünf Jahren hat der größte deutsche Arbeitgeber im Land seinen Umsatz vervierfacht. Die Zahl der Jobs stieg von 900 auf 1 800. "Mit Blick auf Saudi-Arabien sind wir bullish", schwärmt Selch.

Die größte Volkswirtschaft auf der Arabischen Halbinsel zählt 28 Millionen Einwohner, das Durchschnittsalter beträgt 21,5 Jahre. Daher ist die Nachfrage nach neuen Wohnungen immens, vor allem im unteren Preissegment. Fachleute schätzen, dass bis 2012 eine Million Einheiten fehlen werden. Derzeit sind 3 350 Schulen im Bau, mit der Errichtung von 1 500 weiteren Instituten soll noch dieses Jahr begonnen werden.

Zudem plant die Regierung, bis 2020 sechs sogenannte Wirtschaftsstädte mit mehr als zwei Millionen neuen Arbeitsplätzen aus der Wüste zu stampfen. Das größte dieser Vorhaben, King Abdullah Economic City nördlich von Dschidda, kostet 100 Mrd. Dollar. Die Stadt am Roten Meer soll einen Finanzdistrikt, eine Aluminiumschmelze, einen Petrochemie-Komplex sowie den größten Hafen der Region bekommen.

Die Bauvorhaben ziehen auch internationales Kapital ins Königreich. 2008 summierten sich die ausländischen Direktinvestitionen laut der Uno-Organisation für Handel und Entwicklung (Unctad) auf 38,2 Mrd. Dollar; kein Land auf der arabischen Halbinsel ist verlockender für Investoren.

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