Investoren-Legende
Soros fordert EU-Finanzministerium

Ein europäisches Finanzministerium, das die Macht hat, Steuern zu erheben und Geld zu leihen - das fordert der legendäre Spekulant George Soros in einem US-Magazin. Der Euro-Rettungsschirm sei zudem viel zu klein.
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New YorkDer legendäre US-Investor George Soros sieht in einer gemeinsamen europäischen Finanzpolitik den einzigen Ausweg aus der Eurokrise. Es bedürfte eines „europäischen Finanzministeriums, das die Macht hat, Steuern zu erheben und demzufolge auch Geld zu leihen“, schrieb er in einem Gastbeitrag für das US-Magazin „New York Review of Books“.

Soros verlangte von den europäischen Politikern einen „radikalen Kurswechsel“. Der europäische Rettungsfonds EFSF sei gerade mal ausreichend für die drei kleineren Staaten Griechenland, Portugal und Irland. „Er ist nicht umfangreich genug, um größere Länder wie Spanien oder Italien zu stützen.“ Europa tue gerade nur das absolut Nötigste statt die Probleme von Grund auf anzugehen, beklagte Soros. „Deshalb ist Europa zu einer scheinbar unendlichen Serie an Krisen verdammt.“

Damit erneuerte der milliardenschwere Spekulant seine Kritik am Krisenmanagement. „Selbst wenn die Katastrophe verhindert werden kann, ist eine Sache klar: Der Druck, die Defizite abzubauen, wird die Eurozone in eine länger andauernde Rezession stürzen.“ Er sieht vor allem die Bundesrepublik als wirtschaftlich stärksten Staat Europas in der Pflicht. „Der Weg, der zu einer Lösung führt, muss in Deutschland gefunden werden.“ Die deutsche Bevölkerung müsse akzeptieren, dass sie keine andere Wahl habe, als den Euro zu unterstützen. „Ein Niedergang des Euro würde eine Kernschmelze auslösen, die die Verantwortlichen nicht mehr eindämmen könnten.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Investoren-Legende: Soros fordert EU-Finanzministerium"

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  • "Die deutsche Bevölkerung müsse akzeptieren, dass sie keine andere Wahl habe, als den Euro zu unterstützen."

    Unglaublich, die deutsche Bevölkerung muss rein gar nichts - ausser Steuern zahlen und Sterben! Wenn er an der Rettung Griechenlands so interessiert ist, dann soll er doch selbst einen Beitrag leisten. Das nötige Kleingeld dazu hat er ja. Das sollte dann aber über den von Ackermann bezeichneten "substanziellen" Beitrag hinaus gehen.

  • Am besten, Geld abschaffen oder Verbot Zinsen zu nehmen.

  • "Soros FORDERT EU-Finanzministerium"

    Ist natürlich an Frechheit nicht zu überbieten, dieser skrupellose Spekulant FORDERT dass sich seinesgleichen ungehindert am deutschen Steuergeld bedienen können.

    Die geforderte Euro-Rettung per Transferunion läuft natürlich darauf hinaus, dass die Südländer weiter ungebremst Schulden anhäufen können, und die Finanzwelt sich ihre Scheibe davon abschneiden kann.
    Und die Medien hofieren solche Leute noch, während Kritiker als "Populisten" niedergemacht werden.

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