Investoren-Treffen in Botswana
Mega-Projekt am Kongo soll Afrika helfen

Industrie und Politik wollen im Delta des Kongo-Flusses in Westafrika ein gigantisches Wasserkraftwerk errichten, das selbst den Drei-Schluchten-Damm in China in den Schatten stellen würde. Das Projekt „Grand Inga“ könnte große Teile des afrikanischen Kontinents mit Energie versorgen.

LONDON/KAPSTADT. Die Anlage könnte doppelt so viel Strom erzeugen wie der Drei-Schluchten-Damm, ohne vergleichbare Umweltfolgen zu haben. Damit könnte sie große Teile des Kontinents von Ägypten bis Südafrika mit Energie versorgen.

Der World Energy Council (WEC) hat Vertreter von Regierungen, Industrie und Banken für Freitag und Samstag nach Botswana eingeladen, um das Projekt voranzutreiben. Insgesamt schätzt die von der Energiewirtschaft getragene Organisation die Kosten für Kraftwerk und Netz auf 80 Mrd. Dollar. „Dieses Projekt hat das Zeug, die afrikanische Wirtschaft zu beleben und die politische Stabilität zu erhöhen“, warb der Chairman des WEC, André Caillé, am Mittwoch in London.

Ein gigantisches Wasserkraftwerk mit einer Leistung von fast 40 Gigawatt – das entspricht dem Doppelten aller deutschen Kernkraftwerke – könne am Unterlauf des Kongo im wesentlichen die natürliche Kraft der Inga-Stromschnellen nutzen. Nur ein kleines Staubecken sei nötig, so dass kaum Menschen umgesiedelt werden müssten. Doch noch gibt es keinen konkreten Zeitplan, die Realisierung könnte Jahrzehnte dauern.

Dass sich das Projekt wirtschaftlich rechnen würde, haben mehrere Machbarkeitsstudien belegt. Strom lässt sich mit dem Wasser des Kongo so billig erzeugen, dass sogar ein Export nach Südeuropa lohnen würde. Die letzte Studie ist zehn Jahre alt und stammt von dem französischen Versorger EdF und der deutschen Ingenieurfirma Lahmeyer.

Schon seit den sechziger Jahren wird über „Grand Inga“ geredet. Unter der Herrschaft des Diktators Mobutu wurde das Prestigeprojekt geboren. Zwei kleinere Kraftwerke mit einer Kapazität von zusammen 1,8 Gigawatt entstanden, ein drittes mit 3,5 Gigawatt befindet sich in der Entwicklungsphase. Bauherren sind die nationalen Stromversorger Kongos, Angolas, Namibias und Südafrikas. Doch die Erfahrungen in dem lange Jahre von Bürgerkriegen geschüttelten Land sind schlecht: Die bestehenden Kraftwerke Inga 1 und Inga 2 arbeiten nur mit einem Fünftel ihrer Kapazität, weil die Turbinen versandeten.

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