Irak
Angeblich Lebenszeichen von deutschen Geiseln

Neue Hoffnung für Angehörige und Freunde der deutschen Irak-Geiseln: Nach ARD-Informationen hat die Bundesregierung indirekt erfahren, dass die beiden entführten Sachsen noch leben. Paradox: Dass die Geiselhaft mittlerweile mehr fast zwei Monate andauere, sei ein gutes Zeichen.

HB BERLIN/BAGDAD. Das ARD-Hauptstadtstudio beruft sich auf „deutsche Sicherheitskreise“ und spricht von „indirekten Lebenszeichen“, die die Bundesregierung von den beiden Ingenieuren René Bräunlich und Thomas Nitzschke erhalten habe. Ein direkter Kontakt zu den Entführern bestehe jedoch weiterhin nicht. Die Geiselnahme habe keinen politischen, sondern einen kriminellen Hintergrund. Den Kidnappern gehe es „im Kern“ um Lösegeld.

Ein Sprecher des Auswärtiges Amtes wollte die Meldung nicht kommentieren. „Der Krisenstab setzt seine Bemühungen unverändert intensiv fort. Im Interesse der Entführten werden wir keine Einzelheiten zu Hintergründen oder operativen Fragen bekannt gegeben.“ Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler, ließ sich vom Sender N24 allerdings entlocken: „In der Tat haben wir keine Hinweise auf irgendeine Katastrophe“.

Die Ingenieure der Firma Cryotec mit Sitz in Bennewitz bei Leipzig waren am 24. Januar in der nordirakischen Stadt Baidschi verschleppt worden. Die Entführer hatten mit der Ermordung der Geiseln gedroht, sollten die Forderungen nach Einstellung aller deutschen Kontakte zum Irak nicht erfüllt werden. Das letzte Lebenszeichen in Form einer Videobotschaft stammt vom 11. Februar.

Am Montagabend hatten in Leipzig erneut rund 400 Menschen bei einer Mahnwache an das Schicksal der beiden Techniker erinnert. Die Teilnehmer der inzwischen 15. Mahnwache, unter ihnen Angehörige, Freunde und Kollegen der Entführten, zündeten Kerzen vor der Nikolaikirche an.

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