Irak
Ausnahmezustand über Bagdad verhängt

Die irakische Regierung hat den Ausnahmezustand über Bagdad verhängt. Aufständische hatten zuvor Straßensperren errichtet und auf Soldaten geschossen.

HB BAGDAD. In der Nähe der so genannten Grünen Zone in Bagdad kam es am Freitag zu Gefechten zwischen Aufständischen einerseits und amerikanischen und irakischen Soldaten andererseits. Die Aufständischen waren mit Panzerabwehrraketen, Handgranaten und Gewehren bewaffnet. In der Grünen Zone befinden sich Regierungsgebäude sowie die amerikanische und die britische Botschaft. Weitere Gefechte gab es im Stadtteil Dora.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, Ministerpräsident Nuri al-Maliki habe den Ausnahmezustand verhängt, um den Soldaten größeren Handlungsspielraum zu geben. Mit dem Erlass geht ein Waffenverbot einher. Außerdem galt eine Ausgehsperre. Bewaffnete griffen eine Gruppe von Gläubigen an, die auf dem Weg vom schiitischen Armenviertel Sadr City zu einer Moschee am anderen Ende der Stadt waren. Mindestens ein Mensch wurde getötet, vier weitere wurden verletzt.

Ein Anschlag auf die Große Moschee von Hibhib kostete zehn Gläubige das Leben, 15 wurden verletzt. In dem selben Ort in der Provinz Dijala war vor zweieinhalb Wochen der Terroristenführer Abu Mussab al Sarkawi getötet worden. In der südirakischen Stadt Basra explodierte derweil eine Autobombe in der Nähe eines Basars. Fünf Menschen wurden getötet, 18 verletzt.

Die US-Streitkräfte gaben zudem die Festnahme eines ranghohen El-Kaida-Führers sowie dreier weiterer mutmaßlicher Aufständischer bekannt. Der Hauptverdächtige soll eine Zelle des Terrornetzwerks nördlich von Bagdad geleitet haben. Bei Falludscha wurden nach Militärangaben vier ausländische Aufständische getötet. Zwei von ihnen hätten Sprengstoffgürtel getragen, hieß es weiter.

Der von den Republikanern dominierte US-Senat lehnte indes zwei Anträge der Demokraten auf einen Rückzug aus dem Irak ab. Die Opposition hatte gefordert, noch in diesem Jahr mit dem Abzug der 127 000 US-Soldaten zu beginnen und ihn bis Mitte 2007 abzuschließen.

Der Befehlshaber der US-Truppen im Irak, General George Casey, sprach sich gegen einen Zeitplan für eine Truppenreduzierung aus. Ein solcher Zeitplan schränke seine Flexibilität ein, sagte Casey. Er wäre außerdem „ein schreckliches Signal an die neue Regierung der Nationalen Einheit“ im Irak. Eine Verringerung der Truppenstärke noch in diesem Jahr ist nach Caseys Worten aber denkbar.

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