Irak-Bericht
Bush: Amerikaner sind kriegsmüde

Ungewöhnliche Töne von George W. Bush: Der US-Präsident zeigt Verständnis für die Kriegsmüdigkeit vieler Amerikaner. Die Kämpfe im Irak bezeichnete er in einem Bericht als „hässlichen Krieg“, der die Psyche der US-Bürger beeinflusse. Doch von einem radikalen Kurswechel will er noch immer nichts wissen.

HB WASHINGTON. Sechs Monate, nachdem die USA ihre Truppen im Irak um 30 000 aufstockten, hat die US-Regierung einen ersten Bericht veröffentlicht. Das Ergebnis laut Präsident Bush: „Grund für Optimismus.“

Trotz des Drängens der Demokraten im Kongress will Bush seine Irak-Strategie vorerst nicht ändern. Bush sagte in Washington, er warte den für September angekündigten Bericht des Irak-Oberkommandierenden General David Petraeus ab, ehe er eine Entscheidung über den weiteren Kurs treffe.

Auch vier Jahre nach der Invasion des Irak sei die Sicherheitslage weiterhin „komplex und extrem herausfordernd“, hieß es in dem Bericht. Bis zur Vorlage des Petraeus-Reports müsse mit einer Zunahme von Anschlägen der Extremistenorganisation El Kaida gerechnet werden. Die irakische Regierung habe zudem notwendige Investitionen in die Öl-Industrie unterlassen.

Insgesamt äußerten sich die USA unzufrieden mit den Bemühungen des Irak. Die Führung in Bagdad habe nur acht von 18 ihr gesetzten politischen und militärischen Zielen erreicht. Fehlschläge gebe es bei acht Vorgaben, in zwei Feldern sei das Ergebnis gemischt.

Zur wachsenden Kritik der Bevölkerung an dem Krieg sagte Bush: „Es ist ein hässlicher Krieg“ und er beeinflusse die Psyche der US-Bürger. Allerdings hänge die Sicherheit Amerikas von einem Erfolg im Irak ab. Die gesetzten Ziele seien erreichbar, sagte Bush. Wenn er nicht fest an einen Erfolg glauben würde, könnte er nicht in die Augen der Väter und Mütter der Soldaten schauen. Bush warnte vor einem Anstieg der Terrorangriffe von El Kaida je näher der September, der Monat der Anschläge von 2001, rücke.

Die Ergebnisse des Berichts dürften den Druck der Demokraten auf Bush erhöhen, die Zahl der im Irak eingesetzten Soldaten zu verringern. Bush steht nicht nur bei den Demokraten, die beide Häuser des Kongresses dominieren, sondern auch bei seinen republikanischen Parteifreunden zunehmend in der Kritik.

Aus Sorge, die Wahlen im November 2008 zu verlieren, haben etliche Republikaner wie der prominente Senator Richard Lugar mit dem Präsidenten gebrochen. Das Präsidialamt ist besorgt, dass sich weitere Republikaner Lugars Schritt anschließen werden. Einer Gallup-Umfrage für die Zeitung „USA Today“ zufolge fordern 70 Prozent der US-Bürger den Rückzug der Truppen aus dem Irak. Die US-Soldaten stehen seit 2003 in dem Land.

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