Irak-Besuch
Westerwelle vereinbart engere Wirtschaftskooperation

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat bei seiner Reise in die irakische Hauptstadt Bagdad eine engere Wirtschaftskooperation mit der amtierenden irakischen Regierung vereinbart. Die deutsch-irakischen Handelsbeziehungen haben in den vergangenen zwei Jahren rasant zugelegt.
  • 2

HB BAGDAD. Als erster westlicher Außenminister nach der Parlamentswahl vor neun Monaten ist Bundesaußenminister Guido Westerwelle zu wirtschaftlichen und politischen Gesprächen in die irakische Hauptstadt Bagdad gereist. Der FDP-Politiker landete am Morgen mit einer Militärmaschine am dortigen Flughafen. Die Reise war aus Sicherheitsgründen bis zuletzt geheim gehalten worden. Begleitet wurde der Minister von einer Wirtschaftsdelegation.

Westerwelle kam bei seiner eintägigen Visite zu Beratungen mit dem designierten Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki und seinem Amtskollegen Hoschjar Sebari zusammen. Deutschland wolle seine guten politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zum Irak weiter ausbauen, betonte der Außenminister. Daher begrüße er, dass das Land sich in einer Phase politischer Stabilisierung befinde. Das sei die Voraussetzung für eine bessere Sicherheitslage, die wiederum unmittelbare Auswirkungen auf Investitionen und wirtschaftlichen Austausch habe. Der Minister fügte hinzu: "Deutschland unterstützt Irak." Es sei von gegenseitigem Nutzen, wenn die Wirtschaftsbeziehungen weiter ausgebaut würden. "Deutschland ist bereit dafür."

Sebari würdigte den ersten Besuch eines ausländischen Außenministers seit dem vor drei Wochen gelungenen Kompromiss zur Regierungsbildung. Es sei an der Zeit, die Wirtschaftsbeziehungen zu vertiefen, damit der Irak von der "hervorragenden" deutschen Erfahrung profitieren könne.

Kritik an Wikileaks

Der irakische Außenminister kritisierte zugleich die Veröffentlichung der Kabelberichte von US-Diplomaten nach Washington vor einer Woche durch Wikileaks. Dies sei "nicht hilfreich und schädigend", sagte er. "Es hat aber keinen Einfluss auf uns", fügte er hinzu. Wikileaks hatte am Sonntag rund 250 000 teils vertrauliche Dokumente des US-Außenministeriums ins Internet gestellt, die zum Teil auch pikante Einschätzungen arabischer Führer zum Iran enthalten. Westerwelle ergänzte, er könne "der Aussage seines Amtskollegen nur zustimmen".

Westerwelle unterzeichnete während seines Irak-Besuchs gemeinsam mit dem irakischen Industrieminister Fausi al Hariri ein Abkommen über die Förderung und gegenseitigen Schutz von Kapitalanlegern. Das sei ein gutes Fundament für die Zukunft, sagte der FDP-Politiker.

Am Nachmittag sollte Westerwelle mit Präsident Dschalal Talabani zusammenkommen. Auch ein Treffen mit christlichen Geistlichen stand auf dem Programm.

Die deutsch-irakischen Handelsbeziehungen haben in den vergangenen zwei Jahren rasant zugelegt. In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden Güter im Wert von rund 691 Millionen Euro - vor allem Maschinen und Kraftfahrzeuge - aus Deutschland in den Irak exportiert, fast 73 Prozent mehr als noch im selben Zeitraum 2009.

Seite 1:

Westerwelle vereinbart engere Wirtschaftskooperation

Seite 2:

Kommentare zu " Irak-Besuch: Westerwelle vereinbart engere Wirtschaftskooperation"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wollen wir hoffen, dass uns die iraker von dieser Plage befreien!

  • Nicht versuchen auf brautpaarsuche zu überzeugen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%