Irak
Blair nach Hubschrauberabschuss unter Druck

Nach dem Abschuss eines britischen Hubschraubers über der südirakischen Stadt Basra hat sich der innenpolitische Druck auf den britischen Premier Tony Blair verstärkt. Der Helikopter war von einer Rakete getroffen worden. Hunderte Iraker bejubelten den Absturz, der bis zu fünf Soldaten das Leben kostete.

HB LONDON. Politiker aller Parteien forderten mehr Klarheit zur künftigen Irak-Politik. Der sicherheitspolitische Sprecher der Konservativen Partei, Andrew Mercer, sagte, die Regierung solle endlich deutlich machen, „in welche Richtung unsere Politik im Irak geht und was die Mission unserer Truppen im Irak ist“. Nick Harvey von der Liberaldemokratischen Partei forderte „eine klare Exit-Strategie“ für den Einsatz im Irak.

In der Labour-Partei mehrten sich die Stimmen, die einen Termin für den geplanten Rücktritt Blairs fordern. Zu den Abgeordneten, die den Rücktritt Blairs forderten, gehörte Geraldine Smith. Dies wäre auch im Interesse der eigenen Partei, sagte die Politikerin am Samstag.

Blairs designierter Nachfolger, Schatzkanzler Gordon Brown, wies diese Forderungen zurück. Einen Termin für den Rücktritt zu nennen, sei allein Blairs Angelegenheit, sagte Brown am Sonntag dem Rundfunksender BBC. Er bekräftigte aber seine Auffassung, dass Labour eine innere Erneuerung nötig habe, um enttäuschte Wähler zurückzugewinnen.

Der Hubschrauber wurde nach Angaben der irakischen Behörden von einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen, die von der Schulter abgefeuert werden kann und bei den irakischen Aufständischen weit verbreitet ist. Bis zu fünf britische Soldaten kamen ums Leben, wie das Londoner Verteidigungsministerium am Sonntag mitteilte. Angaben zur Ursache des Absturzes machte das Ministerium nicht und verwies auf die andauernden Ermittlungen.

Eine große Menschenmenge bejubelte den Absturz des Hubschraubers und bewarf britische Soldaten mit Steinen und Brandsätzen. Sie riefen in Sprechchören Parolen für den radikalen schiitischen Geistlichen Muktada al Sadr. Es kam zu Zusammenstößen mit den Soldaten. Fünf Menschen, darunter ein Kind, wurden getötet. Der neue britische Verteidigungsminister Des Browne sagte, an den Ausschreitungen hätten 200 bis 300 Menschen teilgenommen. Er sehe darin kein Anzeichen für eine Verschlechterung der Sicherheitslage in Basra.

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