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02.12.2008 
Falschinformationen

Irak-Einsatz: Bush übt Selbstkritik

US-Präsident George W. Bush hat in seiner zu Ende gehenden Amtszeit nach eigenen Worten nichts mehr bedauert als die Falschinformationen der US-Geheimdienste über die angeblichen Massenvernichtungswaffen in den Händen des damaligen irakischen Machthabers Saddam Hussein.

HB WASHINGTON. Eine Menge Leute, auch im Kongress, hätten gemeint, Saddam müsse wegen dieser Waffen entmachtet werden. Damit hätten sie ihren Ruf aufs Spiel gesetzt, sagte Bush am Montagabend (Ortszeit) in einem Interview des US-Fernsehsenders ABC. "Ich wünschte, die Geheimdienstinformationen wären anders gewesen", meinte Bush zu einer der zentralen Begründungen des Irakkriegs, der im Frühjahr 2003 begann.

Er wolle sich allerdings nicht an Spekulationen beteiligen, ob er sich auch für den Krieg gegen den Irak entschieden hätte, wenn klar gewesen wäre, dass Saddam doch keine Massenvernichtungswaffen gehabt hätte, sagte Bush, der am 20. Januar das Präsidentenamt an den Demokraten Barack Obama abgibt. Die Terrorangriffe vom 11. September 2001 hätten ihn unvorbereitet getroffen, sagte der Republikaner aus Texas. Er habe nicht mit einem solchen Anschlag auf amerikanischem Boden gerechnet. Er habe auch bei seinem Amtsantritt nicht den Vorsatz gehabt, den Irak militärisch anzugreifen. "Ich war nicht vorbereitet auf einen Krieg."

Bush bezeichnete den Wahlsieg des Demokraten Obama als eine "Zurückweisung der Republikaner". "Ich bin sicher, dass manche wegen mir für Barack Obama gestimmt haben", sagte Bush, der zum Ende seiner zweiten Amtszeit einer der unpopulärsten Präsidenten der jüngeren US- Geschichte ist. "Ich denke, die meisten Leute stimmten für Barack Obama, weil sie ihn in den kommenden vier Jahren in ihren Wohnzimmern haben wollten, um ihnen die Politik zu erläutern."

Bush äußerte sich auch bedauernd über die Wirtschaftskrise und die rapide gewachsene Zahl der Arbeitslosen in den USA. Allerdings trage nicht die Politik seiner Regierung Schuld an der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Geschichtsschreibung werde feststellen, dass eine Reihe von Entscheidungen über die Deregulierung der Finanzmärkte lange vor seiner Amtszeit gefällt worden seien. Er sei allerdings davon überzeugt, dass sich die US-Wirtschaft wieder erholen werde.

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