Irak-Einsatz
Selbstmordrate unter US-Soldaten auf Rekordniveau

Frust und Verzweiflung wachsen: Die Selbstmordrate unter US-Soldaten könnte in diesem Jahr einen neuen Rekordstand erreichen. Nun ruft die Armee zu Gegenmaßnahmen auf.

HB WASHINGTON. Oberst Eddie Stephens vom US-Heer rief alle Offiziere auf, ihre Anstrengungen zur Verhinderung von Selbstmorden zu verdoppeln. Bis Ende August gab es demnach mindestens 62 Selbstmorde unter den Aktiven und Reservisten, die einberufen wurden. Weitere 31 Todesfälle sind möglicherweise auch Selbstmorde, werden aber noch geprüft.

Sollten alle Fälle bestätigt werden, könnte der bisherige Rekordstand von 115 Selbstmorden unter US-Soldaten aus dem vergangenen Jahr noch überschritten werden. Zur Verbesserung der Vorbeugung hat das US-Herr schon die Zahl der Psychiater und Pfarrer erhöht. Stephens erklärte, 2006 habe es 102 Selbstmorde gegeben, 2005 waren es 87 und 2004 waren es 67.

Brigadegeneral Rhonda L. Cornum erklärte, Beziehungsprobleme, rechtliche und finanzielle Schwierigkeiten, die häufigeren und längeren Einsätzen in den Kriegen in Afghanistan und im Irak seien weiter die häufigsten Ursachen für Selbstmorde.

Führende US-Militärexperten haben indes Präsident George W. Bush von einer weiteren Reduzierung der Truppen im Irak vor Ende seiner Amtszeit abgeraten. Damit würde es dabei bleiben, dass im Irak 15 Brigaden an Kampftruppen und Tausende Soldaten zu ihrer Unterstützung stationiert sind. Insgesamt haben die USA derzeit rund 146 000 Soldaten im Irak. Die US-Regierung möchte die Truppen dort angesichts der verbesserten Sicherheitslage reduzieren und gleichzeitig mehr Soldaten nach Afghanistan schicken, wo die Kämpfe zunehmen.

Den Empfehlungen zufolge würden die USA erst im kommenden Jahr, und damit unter Bushs Nachfolger, die Truppen in Afghanistan aufstocken und die im Irak im Februar um eine Kampfbrigade reduzieren. Der Vorschlag ist schon ein Kompromiss, da der kommandierende General im Irak, David Petraeus, das derzeitige Niveau noch mindestens bis Juni halten will. Bush folgt meistens den Empfehlungen der Experten.

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