Irak
El Kaida bekennt sich zu Anschlagsserie von Bagdad

Zu den blutigen Anschlägen in der irakischen Hauptstadt Bagdad mit 127 Toten hat sich eine Terrorzelle von El Kaida bekannt. Mit dem Bekenntnis wurden gleichzeitig neue Drohungen ausgestoßen. In Bagdad musste unterdessen der verantwortliche Sicherheitschef gehen.
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HB BAGDAD.Die Bluttat habe sich gegen "die Bastionen der Sünde und die Verstecke der Abtrünnigen" gerichtet, heißt es in einer am Donnerstag im Internet veröffentlichten Erklärung der Gruppe Islamischer Staat des Iraks. Ihre Liste möglicher Ziele sei endlos, warnte die Dachorganisation sunnitischer Extremisten. Bei den Anschlägen am Dienstag waren 127 Menschen getötet und mehr als 500 weitere verletzt worden. Trotz schärfster Sicherheitsvorkehrungen kam es am Mittwoch zu zwei neuen Attentaten in der irakischen Hauptstadt, dabei wurden vier Menschen in den Tod gerissen.

Sicherheitschef muss gehen

Nach den verheerenden Bombenanschlägen hat Iraks Regierungschef Nuri al-Maliki den verantwortlichen Sicherheitschef entlassen. Generalleutnant Abbud Kanbar Haschem Khayun sei zum Stellvertreter degradiert worden, berichtete die irakische Nachrichtenagentur Aswat al-Irak am Mittwoch unter Berufung auf Angaben der Regierung.

Al-Maliki versprach den Irakern am Mittwochabend im Fernsehen bessere Sicherheitsmaßnahmen und deutete weitere Entlassungen an. Ob er Minister seiner Regierung mitverantwortlich für die verheerende Bombenserie machen wollte, sagte er nicht. "Ich appelliere an die Menschen im Irak um mehr Geduld und Standhaftigkeit", sagte er. Von den irakischen Politikern forderte er, derartige Tragödien nicht zur Schaffung weiterer Konflikten zu missbrauchen, denn "wenn der Tempel einstürzt, fällt er auf Alle".

Bei einem neuen Bombenanschlag in Bagdad starben am Mittwoch drei Menschen. Weitere acht Menschen wurden verletzt, als ein Sprengsatz in einem Bus explodierte, berichtete Aswat al-Irak.

Gates besucht Bagdad

US-Verteidigungsminister Robert Gates ist am Donnerstag in die irakische Hauptstadt gekommen. Nach Angaben aus irakischen Regierungskreisen wollte er unter anderem mit Präsident Dschalal Talabani und Ministerpräsident Nuri al-Maliki über Strategien für eine Verbesserung der Sicherheitslage sprechen. Al-Maliki steht unter Druck, weil es Terroristen am vergangenen Dienstag bereits zum dritten Mal seit dem Abzug der US-Truppen aus den Städten gelungen war, in Bagdad gleichzeitig mehrere Bomben vor öffentlichen Gebäuden zu zünden. Nach inoffiziellen Angaben starben durch die jüngste Anschlagserie mehr als 130 Menschen.

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