Irak
Entführer stellen Forderungen

Die Bemühungen um eine Freilassung der beiden im Irak verschleppten deutschen Ingenieure kommen offenbar nicht deutlich voran. Die Entführer der beiden deutschen Ingenieure haben sich nach Medienberichten mit Forderungen zu Wort gemeldet. Sie wollen die Freilassung weiblicher Gefangener aus irakischen Gefängnissen.

HB BERLIN/DUBAI. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte am Samstag vor einer Sitzung des Krisenstabes in Berlin, er könne keine neuen Einzelheiten mitteilen. „Sobald es Fortschritte in der Sache gibt, werden Sie hören“, fügte er hinzu. Die zwei Mitarbeiter einer Firma bei Leipzig waren am Dienstag in der Industrieregion um Baidschi entführt worden. Am Freitag hatte es auf einem drei Tage alten Video ein erstes Lebenszeichen von ihnen gegeben. Medienberichten zufolge fordern die Entführer darin unter anderem die Freilassung von Frauen in irakischen Gefängnissen.

Die Mitarbeiter des Krisenstabes werteten rund um die Uhr die Informationen aus, die notwendig seien, um in der Sache voranzukommen, sagte Steinmeier. „Ich darf Ihnen versichern, dass wir unermüdlich dabei sind, Leben und Gesundheit der Geiseln zu schützen und sie baldmöglichst wieder in Freiheit zu sehen.“ Das Auswärtige Amt wollte im Interesse der Geiseln nichts dazu sagen, ob inzwischen über das Video hinaus eine Kontaktaufnahme mit den Entführern gelungen sei.

Deutsche Sicherheitskräfte gehen nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters davon aus, dass wahrscheinlich Anhänger des gestürzten irakischen Staatschefs Saddam Hussein hinter der Tat stecken. „Wir vermuten, sie sind eher Baathisten“, also Mitglieder von Saddams früherer Baath-Partei, hieß es in Sicherheitskreisen.

Nach übereinstimmenden Angaben des ZDF und des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ fordern die Entführer auf dem zweiminütigen Video die Freilassung von Frauen aus irakischen Gefängnissen. Darüber hinaus solle die Bundesregierung die „Botschaft sofort aus dem Irak zurückziehen“ und die „Kooperation mit der abtrünnigen irakischen Regierung einstellen“. Begründet werde die Geiselnahme mit den Worten, die beiden Entführten seien „ungläubige Ingenieure“, die für „die ungläubige Regierung“ gearbeitet hätten. Das Auswärtige Amt wollte sich zu den Forderungen nicht äußern.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble wies Kritik an der Berichterstattung in den Medien über mögliche Lösegeldzahlungen für deutsche Geiseln zurück. „Es macht (...) wenig Sinn, die Medien zu beschimpfen oder für eine Entwicklung verantwortlich zu machen“, sagte der CDU-Politiker der „Welt am Sonntag“ laut Vorabbericht. Steinmeier hatte Berichte über eine Lösegeldzahlung im Fall der Deutschen Susanne Osthoff als einen möglichen Grund für die neue Geiselnahme angeführt. Die Ärchäologin war im November als erste Deutsche im Irak entführt worden und kurz vor Weihnachten freigekommen. Nach unbestätigten Medienberichten soll ein Lösegeld von fünf Mill. Dollar gezahlt worden sein.

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