Irak führt Todesstrafe wieder ein
Saddam an irakische Justiz überstellt

Zwei Tage nach der Machtübergabe im Irak hat das US-Militär am Mittwoch den früheren Machthaber Saddam Hussein der irakischen Justiz überstellt. Die Übergangsregierung will die von der US-Besatzungsmacht abgeschaffte Todesstrafe schon bald wieder einführen. Damit könnte auch Saddam zum Tode verurteilt werden.

HB BAGDAD. Der Verwaltungschef des irakischen Sondertribunals für die Aufarbeitung der Regimeverbrechen, Salem Chalabi, und ein irakischer Richter suchten am Dienstag den prominentesten Häftling auf und eröffneten ihm, dass er nunmehr ein Untersuchungshäftling und nicht länger ein Kriegsgefangener sei, berichtete der staatliche irakische Fernsehsender El Irakija. Das Sondertribunal hatte bereits am Dienstag Haftbefehle gegen Saddam und elf seiner ehemaligen engsten Mitstreiter ausgestellt. Die zwölf Männer bleiben aber aus Sicherheitsgründen weiter in US-Gewahrsam.

Die Haftbefehle waren unter anderen gegen den langjährigen Außenminister Tarik Asis, gegen den als „Chemie-Ali“ bekannt gewordene Saddam-Berater Ali Hassan el Madschid und gegen Saddams Stellvertreter Taha Jassin Ramadan erlassen worden. Der gestürzte Diktator wird seit seiner Gefangennahme am 13. Dezember vom US- Militär an einem geheimen Ort festgehalten. Der 67-Jährige soll auch weiter im Gewahrsam der US-geführten multinationalen Streitmacht bleiben, weil das irakische Justizsystem derzeit nicht in der Lage ist, Gefangene wie Saddam sicher zu verwahren.

Saddam soll bereits am (morgigen) Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt werden, der ihm die Anklagepunkte vorlesen wird, sagte Vize-Regierungssprecher Abdulrahman el Rifai am Mittwoch dem arabischen Nachrichtensender El Arabija. „Damit ist das Verfahren gegen ihn eröffnet.“ Zum Prozess selbst werde es aber erst nach Monaten kommen, hatte Übergangs-Ministerpräsident Ijad Allawi am Dienstag erklärt. Saddam und die anderen würden ein „faires und offenes“ Verfahren bekommen. Das irakische Volk müsse deshalb „Geduld aufbringen“, weil die Vorbereitung des Prozesses Zeit brauche.

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