Irak
Immer mehr hoffen auf Eingreifen Putins

In Syrien fliegen nicht nur die USA und ihre Verbündeten, sondern auch Russland Angriffe auf den IS. Nun werden auch im Irak die Rufe nach Moskau lauter. Das bringt den Ministerpräsidenten des Landes in eine Zwickmühle.

BagdadIm Irak steigt der Druck auf Ministerpräsident Haider al-Abadi, russische Luftangriffe auf Stellungen der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) in seinem Land anzufordern. Mitglieder der Regierungskoalition und der mächtigen Schiiten-Milizen drängten Abadi dazu, bei Russland vorstellig zu werden, erfuhr Reuters am Mittwoch von Vertretern beider Gruppierungen. Auf eine entsprechende offizielle Anfrage in der vergangenen Woche habe der Ministerpräsident bisher aber nicht geantwortet.

Abadi gerät damit in eine schwierige Position, weil er auch die USA als strategischen Verbündeten an seiner Seite halten muss. US-Generalstabschef John Dunford hatte am Dienstag in Bagdad erklärt, er habe von Abadi und Verteidigungsminister Chaled al-Obeidi die Zusicherung erhalten, dass sie Russlands Hilfe nicht in Anspruch nehmen würden.

Die USA bekämpfen mit westlichen Verbündeten den IS im Irak und in Syrien aus der Luft. In Syrien fliegt auch die russische Luftwaffe Angriffe. Die Bombardements beider Seiten dort richten sich nach offizieller Darstellung zwar gegen den IS, tatsächlich treffen die russischen Luftangriffe jedoch hauptsächlich andere Aufständische, die dem syrischen Präsidenten und Verbündeten Russlands, Baschar al-Assad, derzeit gefährlicher werden könnten als der IS.

Abadi und die vom Iran unterstützten, schlagkräftigen Schiiten-Milizen, auf denen die Hauptlast des Kampfes im Irak außerhalb der Kurdengebiete liegt, sind frustriert über den mangelnden Erfolg der US-Luftangriffe. Das amerikanische Bombardement hat den IS bisher nicht wesentlich geschwächt, der nach dem weitgehenden Kollaps der irakischen Armee im vergangenen Jahr große Teile des Landes unter seine Kontrolle brachte. Die USA haben seit dem Einmarsch im Irak 2003 mehr als 20 Milliarden Dollar in den Wiederaufbau der irakischen Streitkräfte investiert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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