Irak
Iran bestätigt Luftangriffe auf IS-Extremisten

US-Stellen hatten es bereits gemeldet, jetzt bestätigte auch der Iran, Luftangriffe gegen Stellungen der IS-Milizen geflogen zu haben. Auch politisch engagiert sich das Land jetzt gegen die Extremisten.
  • 0

TeheranDie iranische Führung hat einem Medienbericht die Einsätze im Nachbarland Irak bestätigt. Dafür habe man sich mit der Regierung in Bagdad abgestimmt, sagte der stellvertretende Außenminister Ebrahim Rahimpur am Freitag dem britischen "Guardian". Mit den USA sei der Einsatz dagegen nicht koordiniert worden. Die Führung in Teheran hatte den Einsatz von Kampfflugzeugen gegen den Islamischen Staat (IS) zunächst dementiert. Nun sagte der Diplomat, sein Land werde nicht zulassen, dass es im Irak zu ähnlichen Zuständen wie in Syrien komme. "Und wir helfen dort sicherlich mehr als in Syrien, weil sie uns näher sind."

Die sunnitischen IS-Extremisten haben weite Teile Syriens und des Iraks erobert und dabei Tausende Zivilisten vertrieben, ermordet oder versklavt. Eine internationale Allianz unter Beteiligung der USA sowie europäischer und arabischer Staaten will mit Luftangriffen die Kämpfer zurückzudrängen. Der IS hat sich zum Ziel gesetzt, die von Schiiten geführte Regierung in Bagdad zu stürzen. Der schiitisch geprägte Iran ist ein wichtiger Verbündeter des Landes. Das Land unterstützt auch den syrischen Staatschef Baschar al-Assad.

Der Iran will sich bei der Bekämpfung der Terrormiliz nun auch mit einer internationalen Konferenz profilieren. An der Tagung "Gemeinsam gegen Gewalt und Extremismus" am 9. und 10. Dezember in Teheran nehmen Vertreter aus über 40 Ländern teil. Darunter seien auch die Außenminister Syriens und des Iraks, sagte Konferenzleiter Mostafa Sahrani am Samstag. Zugesagt hätten auch ehemalige Ministerpräsidenten und Außenminister aus Europa und dem arabischen Raum, sagte Sahrani auf einer Pressekonferenz. Aus den USA werden lediglich Politologen erwartet.

Im Kampf gegen den Islamismus hat der Westen nach Sahranis Worten eine neue Sicht auf den Iran. „Der Iran wurde in den letzten drei Jahrzehnten als Teil des Problems angesehen, jetzt aber als Teil der Lösung“, sagte der Vizeaußenminister. Da der IS ein globales Problem sei, müssten alle Staaten bei der Bekämpfung dieser Terrorgruppe zusammenarbeiten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Irak: Iran bestätigt Luftangriffe auf IS-Extremisten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%