Irak
Japan zieht bis Mai Truppen ab

HB TOKIO. Im März will Japan die ersten seiner 550 Soldaten aus dem Irak zurückholen. Bis Mai solle der Truppenabzug dann abgeschlossen sein. Das berichteten mehrere japanische Medien unter Berufung auf Regierungskreise. Japan hatte im vergangenen Monat entschieden, seine Truppen noch bis zu einem Jahr ihm Irak zu lassen. Regierungsvertreter hatten die Möglichkeit eines früheren Abzugs jedoch offen gelassen.

Militärisch spielen die japanischen Soldaten im Rahmen der von den USA geführten Besatzungstruppen keine große Rolle, sie gehören zu nicht-kämpfenden Bodeneinheiten. Japans Truppenentsendung in den Irak hatte für die US-Regierung jedoch große symbolische Bedeutung. Die USA sind mit etwa 138 000 Soldaten im Land präsent. Bush steht vor der Kongresswahl im kommenden Herbst unter großem Druck, Erfolge im Irak vorzuweisen. Die Armee und die Nationalgarde werden durch die Irak-Besatzung bis an den Rand ihrer Kräfte strapaziert. Bislang starben seit Beginn der Invasion im Irak mehr als 2000 US-Soldaten.

Die meisten japanischen Wähler hatten sich gegen die Truppenentsendung ausgesprochen. Nach den Berichten wurde die Vereinbarung über den Truppenabzug bei einem Treffen von Vertretern Japans, Großbritanniens und Australiens am 23. Januar in London getroffen. Auch Großbritannien habe entschieden, rund die Hälfte seiner Truppen bis Mai aus dem Süden des Iraks abzuziehen, berichtete die Agentur Kyodo unter Berufung auf die Regierungskreise.Darunter seien auch nahe Samaua stationierten Einheiten. Dort haben auch die japanischen Soldaten ihre Lager.

Die Parlamentswahlen im Dezember waren von den USA als Zeichen für eine Stabilisierung des Landes gewertet worden. Anschläge und Entführungen halten zwar an, konzentrieren sich aber vor allem auf das so genannte sunnitische Dreieck im Nordosten Bagdads. Die US-Regierung will nach der Wahl einer demokratisch gewählten Regierung weitere Sicherheitsaufgaben an die Irakis abgeben und einen allmählichen Rückzug seiner Truppen einleiten. Bush hat aber immer wieder betont, das Engagement im Irak nicht vorzeitig abzubrechen.

Anfang des Jahres hatte bereits Italien angekündigt, bis zum Jahresende seine 2 600 im Irak stationierten Soldaten abzuziehen. Weitere Nationen mit kleinen Kontingenten wie Bulgarien haben bereits alle Soldaten zurückgeholt, Polen will möglichst bald folgen. Damit ist neben den USA nur noch Großbritannien mit einer größeren Anzahl von Soldaten im Irak. Aber auch London will je nach Entwicklung der Lage noch in diesem Jahr einen großen Teil seiner 8000 Mann abziehen.

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